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Chamaerops humilis

Schaugarten, im Schnee buschiges Exemplar,
Privatgarten
100/110 mit 20cm Stamm Naturstandort,
Portugal

Blüte getopfte 40/50 Solitärstamm,
Frankreich
Früchte

Die Zwergpalme ist eine stammbildende Fächerpalme, die vom Mittelmeer stammt und vielen von uns aus dem Urlaub her bekannt sein dürfte. Zwergpalme heißt sie, weil sie am Naturstandort aufgrund der klimatischen Bedingungen meist nur niedrig bleibt. In der Freilandkultur jedoch bildet sie einen Stamm und wächst bei etablierten Pflanzen zügig, bis zu 20 cm Stamm pro Jahr sind an idealen Standorten möglich. Sie friert in sehr kalten Wintern ab –9 °C bis –18 °C zurück, treibt dann aber wieder aus. Leider neigt sie etwas zu Feuchtigkeitsschäden. Von daher ist ein sonniger, regengeschützter Standort ideal, aber keine Bedingung. Die regelmäßigen Winterränder am alten Blatt lassen sich auch mit Regenschutz kaum vermeiden. Bei starkem Schneefall ist das Zusammenbinden des Blattwerkes empfehlenswert, weil es sonst zu mechanischen Schäden kommen kann. Die Blüte ist bei uns manchmal zu beobachten, jedoch kommt es leider nur selten zum Fruchtansatz, womöglich weil der Vektor in Mitteleuropa fehlt. Chamaerops humilis ist meist zweihäusig, kann aber auch einhäusig sein oder beim Geschlecht driften.

Wählen Sie Exemplare mit mindestens 20 cm Stamm, diese haben ausreichend Substanz, um einen Freilandversuch mit bedarfsweisem Schutz zu wagen. Jüngere Pflanzen müssen Sie in den ersten Jahren komplett schützen, da diese deutlich empfindlicher als erwachsene sind. Die ältesten zwei Exemplare im Tropengarten sind seit 1998 ausgepflanzt und haben bisher alle Winter ohne Schutz überlebt. Allerdings ist zu bedenken, dass es sich dabei um Großpflanzen im 250 L Container handelte. Mittlerweile sind die beiden Exemplare auf kleine, buschige Größen zurückgefroren. Da Chamaerops humilis aber eine gute Regerationsfähigkeit aus den unterirdischen Pflanzenbereichen hat, überlebten beide Exemplare trotz mittlerweile viermaligen Zurückfrierens. Ob allerdings solche Versuche, Großpflanzen über Jahre hinweg am Rand des Exitus zu kleinen Kümmerpflanzen zu degradieren, einen architektionischen Wert für die Gartengestaltung besitzen, ist zunehmend fraglich.


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