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Acacia Mill.
Akazien, Fabaceae - Hülsenfruchtgewächse
Sommer-, Herbstblüher (Nordhemisphäre), IV–X, bis 15(–30) m hoch, immergrün, mehrjährig

Akazien sind eine Gattung von über 900 (respektive 1.200) Arten, die in den Tropen und Subtropen überwiegend in Afrika und Australien, aber auch in Asien und Amerika verbreitet sind. Es sind Sträucher oder Bäume, seltener Kräuter, oft mit Dornen besetzt. Es werden 2 große Gruppen der Akazien unterschieden, einerseits jene mit 2-fach gefiederten, erwachsenen Laubblättern und andererseits jene mit Phyllodien bei den späteren Laubblättern. Phyllodien sind zu einer blattähnlichen Struktur umgewandelte Blattstiele, sozusagen Blattstielblätter. Die Blütenstände sind rundliche Köpfchen oder zylindrische Ähren meist mit kleinen, zu 3–5 stehenden, überwiegend gelben Blüten. Die Kelche sind meist glockenförmig, die Kronblätter mehr oder weniger verwachsen, selten fehlend. Später bilden sich eiförmige bis lineare, gestreckte, gebogene oder gewundene Früchte mit großen Samen.

Akazien sind ein artenreiche Gattung, die nach genetischen Untersuchungen eher in 2 große Hauptgruppen oder separate Gattungen unterteilt werden sollte, da die australischen und afrikanischen Arten nur entfernt miteinander verwandet sind, mithin aus 2 nicht zusammenhängenden Teilen eines Stammbaumastes bestehen. Von manchen Autoren werden daher die nicht australischen Arten in die eigene Gattungeb wie beispielsweise Veichella Wight & Arn. oder Senegalia Raf. ausgegliedert, was zu einer zahlenmäßig Reduzierung der Arten von über 1.200 auf 900 führt. Dies wird allerdings nicht von allen Autoren anerkannt und ist sicherlich noch Gegenstand zukünftiger Diskussionen.

An zahlreichen Orten der Welt sind Akazien eingeführte Arten, die als Brenn- und Bauholz oder zur Aufforstung angebaut werden. Mancherorts sind es Problemarten mit hohem invasivem Potential. In Mitteleuropa wird die Gattung weitestgehend nur als Kübelpflanze gehalten.




Abb. 1 Die Laubblätter von Acacia baileyana F. Muell. sind silbergrau. Die Art ist sehr ähnlich der A. dealbata. In einem Privatgarten in Olhos de Agua, Algarve, Portugal, 26.10.2002 Abb. 2 Blütenstand von Acacia dealbata Link im voll erblühten Zustand. Privatgarten in Loreto, Italien, 02.07.2003

Abb. 3 Als Hochstamm gezogene Acacia cyanophylla Lindl. Typisch sind die hängenden Zweige, Privatgarten in Olhos de Agua, Algarve, Portugal, 26.10.2002 Abb. 4 Gelbe, rundliche Blütenstände der Acacia karroo Heyne. Privatgarten auf Mallorca, Spanien, 28.09.2007

Abb. 5 Die gelblich-weißen Blüten der Acacia koa A. Gray erscheinen in kugeligen Blütenständen. Parkplatz in Phoenix, Arizona, USA, 09.02.2008 Abb. 6 Als hübscher Solitär gezogene Acacia longifolia (Andrews) Willd. in einem Hotelgarten bei Olhos de Agua, Algarve, Portugal, 26.10.2002

Abb. 7 Dichter Bestand der Acacia melanoxylon R. Br., der einen hohen Deckungsgrad hat und indigene Flora verdrängt, Serra de Pena, Ostportugal, 21.10.2009 Abb. 8 Dimorphismus der Laubblätter bei einer Jungpflanze der Acacia melanoxylon R. Br. Zuerst erscheinen die gefiederten Laubblätter, die später durch Phyllodien ersetzt werden. Serra de Pena, Ostportugal, 17.10.2009

Abb. 9 Blühender Strauch und Baum der Acacia retinodes Schltdl., Straßenrand bei Ayamonte, Südspanien, 22.03.2008 Abb. 10 Alter Baum der Acacia tortilis (Forssk.) Hayne mit mehreren Sträuchern in der Wüste nahe dem Jebel Rawdah in den Vereinigten Arabischen Emiraten, 20.02.2007, 240 m, 24° 53' 29 N, 55° 52' 29 O

Der Gattungsname Acacia Mill. wurde schon im Altertum als gr. "akakia" genutzt; zuerst erwähnt als "dorniger Baum Ägyptens" bei Herodotos. Wahrscheinlich kommt darin das indogermanische "ak-" (= spitz) vor; für die zu Dornen umgebildeten Nebenblätter bei vielen Arten. Die von manchen Autoren abgetrennten nicht-australischen Acaciae werden seit 2005 beispielsweise in die Gattung Vachellia gestellt, die zu Ehren des britischen Pflanzensammlers George Harvey Vachell (1799–1839) etabliert wurde, der besonders in China aktiv war. Andere wurden in die Gattung Senegalia Raf. gestellt, die nach der Typusart Acacia senegal (L.) Willd. benannt wurde.

Unter den etwa 900 Akazien-Arten gibt es eine Reihe von mehr oder weniger frostharten Arten. Allerdings sind bisher kaum Freilandversuche mit Akazien unternommen worden. Zudem sind die Frosthärteangaben von den Naturstandorten oder aus wärmeren Klimaten nicht direkt auf Mitteleuropa übertragbar. Einige etwas "härtere" Arten:

Acacia baileyana F. Muell. stammt aus Südostaustralien. Bis 8 m hoch, mit gefiedertem blauem Blatt, ausgesprochen dichtem Wuchs und gold-gelber Blüte. Z 8b, –10 °C.
Acacia choriophylla Benth., synonym: Vachellia choriophylla (Benth.) Seigler & Ebinger, stammt aus dem (sub-)tropischen Nordamerika, Florida-Keys, Kuba und Bahamas. Architektonisch wertvoller Baum mit wahrscheinlich mäßiger Frösthärte, –6 °C bis –10 °C, Z 9.
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Acacia constricta Benth., synonym: Vachellia constricta (Benth.) Seigler & Ebinger, ist eine nordamerikanisch-mexikanische Akazie der Wüstenregionen mit fein gefiedertem Blatt. Zumeist Sträucher bis maximal 6 m Höhe. Entsprechend des Naturstandordes hart in Z 7a im nordamerikanischen Klima. Könnte vielversprechend in Mitteleuropa sein.
Acacia cyanophylla Lindl., synonym: Acacia saligna (Labill.) H. L. Wendl., ist eine australische Art, die gelegentlich in mediterranen Ländern kultiviert wird. Sie toleriert leichte Fröste bis etwa –6 °C, Z 9.
Acacia dealbata ssp. subalpina Tindale & Kodela, bis 15(–30) m hohe Akazie aus Südostaustralien mit feinen Fiederblättern und gelber Blüte, –8 °C bis –19 °C, Z 8b.
Acacia greggii A. Gray, synonym: Senegalia greggii (A. Gray) Britton & Rose, Akazie aus Nordamerika und dem Mittleren Osten; in Nordamerika hart bis Z 7a.
Acacia karroo Heyne, synonym: Vachellia karroo (Hayne) Banfi & Galasso, aus dem südlichen Afrika ist eine dekorative Art mit ausgeprägter Bewehrung, gering frostresistent, Kübelpflanze, –7 °C bis –10 °C, Z 8b.
Acacia koa A. Gray aus Hawai ist eine tropische Art mit nur geringer Frosttoleranz, geeignet für die Kübelhaltung, –2 °C, Z 9b.
Acacia longifolia (Andrews) Willd. stammt aus dem östlichen Australien, wird bis 8 m groß und hat cremig gelbe Blüten, –6°C, Z 9.
Acacia melanoxylon R. Br. ist eine sehr große Akazie bis 30 m Höhe, mit dunkelgrünem Blatt und beige bis rot-braunen Blüten in kleinen Büscheln, Australien und Tasmanien, Z 8?
Acacia retinodes Schltdl. ist eine 4–10 m große Akazie; gräuliches Blatt und hell gelbe bis goldene Blüte, Süd-Australien und Tasmanien, –7 °C, Z 8b.
Acacia tortilis (Forssk.) Hayne, synonym: Vachellia tortilis (Forssk.) Galasso & Banfi, die Savannen-Akazie aus Afrika und dem nahen Osten. Typische Schirmform, landschaftsbildend und geeignet als Kübelpflanze, -4°C, Z 9.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Acacia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/acacia.html am Tg.Mo.Jahr.

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