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Adiantum pedatum L.
  synonym: Adiantum boreale C. Presl., Adiantum aleuticum (Rupr.) C.A. Paris
Nördlicher Frauenhaarfarn, Pfauenrad-Frauenhaarfarn, Polypodiaceae - Tüpfelfarngewächse
                                                                     auch: Pteridaceae - Saumfarngewächse
30–60 cm, sommergrün, mehrjährig

Der Nördliche Frauenhaarfarn stammt aus Nordamerika und Ostasien (Himalaya), wo die Pflanzen in feuchten Laubwäldern auf mull- und humusreichen, lehmhaltigen Böden, an Uferzonen oder Wasserfällen in Höhen von 0–765 m über NN wachsen. Die Pflanzen haben kurze, kriechende Rhizome, bedeckt von gelben bis bronzefarbenen Schuppen. Die Wedel wachsen locker bogenförmig, bilden einen halbkreis- bis kreisförmigen Umriss, sind 40–75 cm lang, haben einen bis 50 cm langen, schwarzen, kahlen Stiel, der sich in 2 gleichartige Äste gabelt. Sie sind 2-fach gefiedert mit 8–23 linear-lanzettlichen, bis 30 cm langen Fiederblättern, die zahlreiche kurz gestielte, halbmond-bogenförmige, bis 2 cm lange Fiederblättchen tragen, deren unterer Rand glatt und apikaler Rand gelappt ist. Die Sori sind länglich und tragen kahle Indusien.

Vom Nördlichen Frauenhaarfarn sind zahlreiche Formen beschrieben, manche Autoren sehen die Art als Komplex aus mehreren Arten und gliedern beispielsweise die asiatischen Sippen aus.


Abb. 1 Hoch wachsende Sorte des Adiantum pedatum 'Miss Sharples' in einem Privatgarten in Belgien, 30.10.2016 Abb. 2 Filigraner Wedel des Adiantum pedatum, Am Appalachian Trail, Southern River Falls, Shenandoah, Virginia, 09.10.2019, 765 m, 38° 22' 58 N 78° 30' 05 W

Abb. 3 Radförmige Anordnung der Fiederblätter des Adiantum pedatum im Farnbeet des Botanischen Gartens Düsseldorf, 25.05.2016 Abb. 4 Entrollender Wedel des Adiantum pedatum mit gut sichtbaren Spreuschuppen auf der Wedelachse (Rachis), Privatgarten, 15.04.2016

Abb. 5 Fiederblätter des Adiantum pedatum im Farnbeet des Botanischen Gartens Düsseldorf, 25.05.2016 Abb. 6 Hübsche Architektur der Fiederblätter eines Adiantum pedatum. Privatgarten in Belgien, 30.10.2016

Abb. 7 Dekorativer Bestand des Adiantum pedatum im Farnbeet des Botanischen Gartens Bonn, ausgeschildert als A. aleuticum, 07.09.2016 Abb. 8 Radförmige Wedel von Adiantum pedatum, wie Abb. 7, im Farnbeet des Botanischen Gartens Bonn, 07.09.2016

Abb. 9 Radförmiger Wedel des Adiantum pedatum am Appalachian Trail bei den Southern River Falls, Shenandoah, Virginia, 09.10.2019, 765 m, 38° 22' 58 N 78° 30' 05 W Abb. 10 Herde des Adiantum pedatum im Laubmischwald an den Southern River Falls, Shenandoah, Virginia, 09.10.2019, 749 m, 38° 22' 46 N 78° 30' 32 W


Der Gattungsname Adiantum L. war schon vorlinnäisch in der Antike gebräuchlich, lat. "adiantum" (= Frauenhaarfarn), und leitet sich ursprünglich von gr. "diainein" (= benetzen) ab; mit dem verneinenden Präfix "a-" beschreibt es die wasserabweisende Eigenschaft der an Feuchtstandorten wachsenden, europäischen Art A. capillus-veneris L. Das Epitheton pedatum stammt von lat. "pedatus" (= mit Füßen versehen), bezogen auf die fußförmigen Blattabschnitte.

Der Nördliche Frauenhaarfarn seit 1635 in Europa in Kultur. Es gibt zahlreiche Sorten, wie beispielsweise 'Miss Sharples' mit pagodenartiger Architektur, 'Laciniatum' mit geschlitzten Fiederblättchen oder 'Compactum' mit gedrungenem Wuchs. Die Art ist gut winterhart, wird aber nur selten im Freiland angebaut. Öfters findet er sich im Zimmerpflanzensortiment. Beim Auspflanzen wäre ein immer leicht feuchter, warmer, halbschattiger bis schattiger Standort empfehlenswert. Die Pflanzen sind bis Z 5 winterhart und benötigen keinen Winterschutz.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Adiantum pedatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/adiantum-pedatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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