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Arum italicum Mill.
Italienischer Aronstab, Araceae - Aronstabgewächse
Frühlingblüher, III–V, 15–45 cm hoch, winter-, vorsommergrün, mehrjährig

Der Italienische Aronstab tritt in Mitteleuropa unbeständig und selten auf. Zumeist handelt es sich bei uns um Bestände, die aus Parks und Gärten ausgewildert sind oder mit Grünabfall in die Natur eingebracht wurden. Ursprünglich stammt die Art aus dem Mittelmeergebiet, Westeuropa und Westasien, wo bevorzugt die Macchien, Weinberge, Laubwälder und Strauchgesellschaften besiedelt werden. In Mitteleuropa ist der Italienische Aronstab seit 1683 eingebürgert. Es handelt sich um Rhizompflanzen, die im Herbst mit den Laubblättern austreiben und zum Sommer hin, nach der Blüte, wieder einziehen (wintergrüne Pflanze). Die Laubblätter sind 9–40 cm lang, 2–29 cm breit, pfeilförmig, meist mit breiten, weißen Adern überzogen, selten schwarz gefleckt. Gelegentlich gibt es Sippen, die keine oberseitige Färbung der Adern haben. Die Blütenscheide (= Spatha) ist grünlich-weiß und 11–38 cm lang, der Kolben (= Spadix) gelb und halb so lang wie die Spatha. Zum Herbst erscheinen rundliche, leuchtend rote Beeren, ähnlich des einheimischen Arum maculatum L. Botanisch gehört die Gattung Arum L. zu den einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledone). Anatomie der Blüte und Frucht ähnlich des A. maculatum.

Es sind zahlreiche Unterarten, Formen und Sorten des Italienischen Aronstabs beschrieben. Je nach Autor variiert deren Zahl erheblich.


Abb. 1 Das pfeilförmige, weiß gezeichnete Blatt des Arum italicum im Wäldchen an der Schrebergartensiedlung Sonnenberg, Wuppertal-Vohwinkel, 01.02.2014, 215 m, 51° 13' 38 N, 07° 04' 44 O Abb. 2 Reife Früchte des Arum italicum im Unterwuchs einer Gehölzpflanzung, Botanischer Garten Bochum, 29.07.2014

Abb. 3 Im Herbst erscheinen die Laubblätter des Arum italicum. Edith J. Carrier Arboretum, Harrisonburg, Virginia, 13.10.2019 Abb. 4 Pflanzen des Arum italicum mit schwacher weißer Zeichnung der Adern. Am Ufer des Flumendosa bei Ballao, Sardinien, 85 m, 39° 33' 48 N 09° 20' 39 O, 17.10.2016

Abb. 5 Massenbestand des Arum italicum an einem Garten direkt entlang der Nordbahntrasse in Wuppertal-Langerfeld, 20.03.2016, 209 m, 51° 17' 06 N, 07° 15' 05 O Abb. 6 Unterhalb der Schrebergartensiedlung Sonnenberg in Wuppertal-Vohwinkel findet man diese Rodelstraße

Abb. 7 Auch das gibt es: kleiner Bestand des Arum italicum in einer regelmäßig gemähten Wiese der Raststätte Mahlberg an der A 5 bei Lahr, 10.10.2014 Abb. 8 Reife und unreife Früchte des Arum italicum im Botanischen Garten Bochum, 29.07.2014

Abb. 9 Rein grünes Laubblatt von Arum italicum an einem Wegesrand im Parco della Caffarella in Rom, 18.04.2017, 22 m, 41° 52' 09 N, 12° 30' 38 O Abb. 10 Laubblatt des Arum italicum am Naturstandort. Wegesrand oberhalb der Kravice-Wasserfälle, Ex-Jugoslawien, 12.10.2015, 74 m, 43° 09' 28 N, 17° 36' 34 O

Abb. 11 Die Fruchtstände von Arum italicum im Sommer. Botanischer Garten Frankfurt/Main, 08.08.2020 Abb. 12 Der Blütenkolben von Arum italicum eingehüllt in die Blütenscheide, Privatgarten, 28.05.2016

Abb. 13 Blütenstand von Arum italicum mit fast weißer Spatha in einer Strauchrabatte im Orto Botanico in Rom, 18.04.2017 Abb. 14 Blütenkolben mit hellgrüner Spatha von Arum italicum an einem Wegesrand im Parco della Caffarella in Rom, 18.04.2017, 22 m, 41° 52' 09 N, 12° 30' 38 O


Der in Norddeutschland vorkommende Südöstliche Aronstab, Arum cylindraceum Gasp., sowie das A. maculatum sind gut vom A. italicum zu unterscheiden, da beiden die helle, weiße Blattzeichnung fehlt.

Der Gattungsname Arum stammt vom gr. = "aron" ab und ist unklarer Herkunft, bezog sich nach mehreren griechischen Gelehrten auf eine Reihe von Gattungen wie Arum, Dracunculus Mill. oder Colocasia Schott. Erst später erfolgte der biblische Konnex auf den grünenden Stab Aarons (4. Moses 17, 23), dem auch das Benennungsmotiv des deutschen Namens zugrunde liegt. Das Epitheton italicum bezieht sich auf den mediterranen Naturstandort.
 
Für den Garten ist Arum italicum eine dekorative Art, deren Blätter an halbschattigen, feucht humosen Stellen am besten zur Geltung kommen. In wintermilden Regionen dürften die Pflanzen winterhart sein, während sie in kälteren Regionen sicherlich einer Mulchauflage bedürfen. Ist ein Ausbreiten der Pflanzen unerwünscht, sollten im Herbst die Fruchtstände abgeschnitten werden. Ableger können problemlos abgestochen werden. Als echte wintergrüne Pflanze bietet sich ein Standort im Gehölzgarten an, der winters nur wenig Optisches zu bieten hat.

Referenzen
Duddington, C. L. 1972: Baupläne der Plfanzen. – Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 323 S.
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Arum italicum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/arum-italicum.html am Tg.Mo.Jahr.

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