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Aruncus dioicus (Walter) Fernald
  synonym: Aruncus vulgaris Raf.
Wald-Geißbart, Rosaceae - Rosengewächse
Sommerblüher, VI–VII, 80–150 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Wald-Geißbart tritt in Mitteleuropa in den südlichen und östlichen Mittelgebirgen und den Alpen verbreitet auf, ansonsten ist er selten, im Norden fehlt er fast ganz, beziehungsweise es handelt sich um unbeständige Verwilderungen aus Gärten und Parks. Das Verbreitungsgebiet ist zirkumpolar. Bevorzugt siedelt er in kalkfreien Hang- und Schluchtwäldern, Bachsäumen und entlang von unbefestigten Wegen. Die Pflanzen bilden ein holziges, kräftiges Rhizom. Die Stängel sind aufrecht, nur oben verzweigt, stielrund bis etwas gefurcht und leicht geknickt. Die Laubblätter sind 2–3-fach unpaarig gefiedert, bis 1 m lang, doppelt gezähnt, kahl oder rmit spärlichen Haaren auf der Unterseite. Die Blütenstände sind 20–50 cm lange, oft hängende Rispen. An weiblichen Pflanzen sind die Einzelblüten reinweiß und an männlichen gelblichweiß. Später bilden sich zugespitzte Balgfrüchte in langen, überhängenden Ähren, die meist zu 3 zusammen stehen und jeweils 3–5 Samen enthalten.


Abb. 1 Gefiedertes Laubblatt von Aruncus dioicus, Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen, 27.09.2020, 803 m, 47° 28' 06 N, 11° 07' 09 O Abb. 2 Stängel von Aruncus dioicus mit Fruchtstand, Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen, 27.09.2020, 803 m, 47° 28' 06 N, 11° 07' 09 O

Abb. 3 Fruchtstände von Aruncus dioicus, Laubmischwald in der Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen, 27.09.2020, 803 m, 47° 28' 06 N, 11° 07' 09 O Abb. 4 Fruchtstand von Aruncus dioicus, Laubmischwald in Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen, 27.09.2020, 803 m, 47° 28' 06 N, 11° 07' 09 O


Der Gattungsname Aruncus L. stammt von lat. "aruncus" (= Geißbart), mit unklarem Bennenungsmotiv. Das Epitheton dioicus stammt von gr. "dioicus" (= zweihäusig).

Der Wald-Geißbart wird schon lange in Gärten als Zierpflanze kultiviert. Er ist eine dekorative, einheimische Staude für den schattigen Standort oder in der Gehölzpflanzung. Idealerweise sollte der Boden neutral bis sauer und mullreich sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Aruncus dioicus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/aruncus-dioicus.html am Tg.Mo.Jahr.

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