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Asphodelus ramosus L.
  synonym: Asphodelus albus ssp. ramosus (L.) Bonnier & Layens<

Ästiger Affodill, Liliaceae - Liliengewächse
              auch: Asphodelaceae - Affodillgewächse
                       Xanthorrhoeaceae -  Grasbaumgewächse
Frühlingblüher, III–IV, 50–150 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Ästige Affodill stammt aus fast dem gesamten Mittelmeerraum, wo die Pflanzen in Felsfluren, Kiefernwäldern und der Garrigue wachsen. Oft finden sich individuenreiche Bestände auf Weideflächen oder Ruderalstandorten. Es sind immergrüne Pflanzen mit kräftigem Rhizom und mehreren spindelförmigen Wurzeln, aus dem grundständige Blattschöpfe mit graublauen, 1–4 cm breiten, 15–40 cm langen, flachen und etwas gekielten Laubblättern entspringen. Der Blütenstand ist gar nicht oder wenig verzweigt mit meist 3 Seitenästen. Die Einzelblüten sind 3–4 cm breit und haben abstehende, weiße, 10–16 mm lange Blütenhüllblätter mit rotem Mittelnerv. Später bilden sich kirschgroße, 13–22 mm lange, mehr oder weniger kugelige Kapselfrüchte.

Sehr ähnlich und oft Anlass zur Verwechselung bietet der Asphodelus aestivus Brot., der ausschließlich auf der Iberischen Halbinsel vorkommt. Dieser hat kleinere Früchte, ist reicher verzweigt und blüht besonders im Sommer. Die Abgrenzung beider Arten ist nicht einheitlich. Manche Autoren fassen beide zusammen. Andere wiederum sehen A. ramosus als synonym zu A. cerasiferus J. Gay.


Abb. 1 Blüte des Asphodelus ramosus an einem Strauchsaum an der Rena Bianca, nördlich von Portisco, Sardinien, 01.04.2018, 3 m, 41° 02' 51 N, 09° 31' 22 O Abb. 2 Mehrere Blütenstände des Asphodelus ramosus n einem Strauchsaum an der Rena Bianca, nördlich von Portisco, Sardinien, 01.04.2018, 3 m, 41° 02' 51 N, 09° 31' 22 O

Abb. 3 Massenbestand des Asphodelus ramosus auf einer extensiven Weide bei der Nuraghe la Prisciona bei Arzachena, Sardinien, 02.04.2018, 124 m, 41° 02' 52 N, 09° 21' 38 O Abb. 4 Bestand des Asphodelus ramosus auf einer Wiese bei Golfo Aranci, Sardinien, 02.04.2018, 33 m, 40° 59' 58 N, 09° 37' 44 O


Der Gattungsname Asphodelus L. existierte schon in der Antike, gr. "asphódelos" (= Asphodill), einem Fremdwort unbekannter Herkunft. Das Art-Epitheton ramosus stammt von lat. "ramosus" (= stark verzweigt).

Asphodelus ramosus ist ein dekorativer Exot für das Sukkulentenbeet in den wintermilden Regionen. Die immergrünen, blaugrauen Laubblätter wirken sukkulent und bereichern den Steingarten oder die mediterrane Pflanzung. Ein sonniger, geschützter und trockener Standort ist zu bevorzugen. Die Pflanzen sind bis Z 8 hart, benötigen an kälteren Standorten bedarfsweisen Schutz durch Reisigauflage während der kältesten Tage und Wochen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Asphodelus ramosus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asphodelus-ramosus.html am Tg.Mo.Jahr.

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