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Asplenium obtusatum G. Forst.
Küsten-Streifenfarn, Küsten-Milzfarn, Aspleniaceae - Streifenfarngewächse
20–100 cm, immergrün, mehrjährig

Der Küsten-Streifenfarn stammt aus Australien, Südamerika, Neuseeland, sowie einigen pazifischen und südatlantischen Inseln, wo die Pflanzen an küstennahen Standorten auf Klippen, in Strauchgesellschaften und Felshabitaten wachsen. Oft sind die Pflanzen in Vögelkolonien anzutreffen. Es sind immergrüne Farne bis 100 cm Höhe mit auffällig "fleischigen" Wedeln. Das Rhizom ist kräftig und bildet oft kurze, oberirdische Stämmchen, die von braunen, eiförmigen, bis 15 mm langen und bis 4 mm breiten Spreuschuppen bedeckt sind. Die Wedelstiele sind unten dunkelbraun, oben grün, 4–30 cm lang, bis 3 cm breit und bedeckt von eiförmigen Spreuschuppen. Die Wedelspreite ist 1-fach unpaarig gefiedert, dunkelgrün, fast fleischig, mit grüner, rinniger Mittelachse. Es finden sich bis zu 8 Paar schmal-eiförmige bis längliche, gesägte, bis 10 cm lange, 1–2,5 cm breite, am Ende stumpfe Fiedern, die unterseits von Spreuschuppen bedeckt sind. Die Sori sind bis 1 cm lang.


Abb. 1 Die lanzettlichen, 1-fach gefiederten Wedelspreiten von Asplenium obtusatum, Privatgarten, 13.04.2021 Abb. 2 Die Wedelspreiten von Asplenium obtusatum haben bis zu 8 Paare Fiederblätter, Privatgarten, 13.04.2021


Der Gattungsname Asplenium leitet sich vom Milzfarn, dem Asplenium ceterach L., ab und stammt vom griechischen "splina" (= Milz). Wahrscheinlich ergibt sich der Name Milzfarn aus der (weitgehend ehemaligen) Nutzung bei Milzerkrankungen. Das Epitheton obtusatum leitet sich ab von lat. "obtusus" (= stumpf), zu "obtusatus" (= abgestumpft), nach den abgestumpften Wedelfiedern.

Asplenium obtusatum ist nur selten in Kultur in Mitteleuropa. Freilanderfahrungen bestehen bisher kaum. Die Winterhärte ist nicht bekannt. Theoretisch wäre ein Anbau im Garten an einem halbschattigen und mineralischen Standort auf Stein- oder Felsdesign zu wählen. Auch das Alpinum ist geeignet, hier auf Stein, in Fugen oder Ritzen. Etablierte Pflanzen sollten trockenresistent sein. Bei der Kultur im Topf können die Pflanzen im ventilierten Kaltgewächshaus überwintert werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Asplenium obtusatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asplenium-obtusatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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