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Aster tripolium L.
  synonym: Tripolium pannonicum (Jacq.) Dobrocz.
                 Tripolium pannonicum ssp. tripolium (L.) Greuter
Strand-Aster, Salz-Aster, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Hochsommerblüher, VII–IX, 15–60(–100) cm hoch, sommergrün, ein-, zwei- oder mehrjährig

Die Strand-Aster tritt in Mitteleuropa an den Küsten und Binnensalzstellen verbreitet bis zerstreut auf, ansonsten fehlt sie oder ist selten. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an salzhaltigen Stellen im Binnenland und in den Salzwiesen der Küsten. Ein klassicher Binnenstandort sind die pannonischen Salzlaken am Neusiedlersee in Ostösterreich und Westungarn, wo es große Bestände gibt. Manche Autoren trennen diese Sippe von denen der Küsten ab: Aster tripolium ssp. pannonicus (Jacq.) Soó.

Als salzliebende (halophile) Art hat Aster tripolium fleischige, zumeist kahle, lanzettliche und granzrandige Blätter. Die Blütenstände sind doldenförmig mit wenigen bis sehr vielen Blütenköpfchen. Die Blütenköpfchen sind 2–2,5 cm im Durchmesser, haben typische, lila bis blauviolette Zungenblüten und angedrückte Hüllblätter. Bei manchen Sippen fehlen die Zungenblüten, andere haben nur sehr wenige. Die Früchte tragen einen "Fallschirm" (Pappus).

Die Abgrenzung des Aster tripolium von anderen Arten der Gattung ist recht einfach, da er die einzige halophile Art mit fleischigen Blättern ist und daher leicht zu identifizieren.


Abb. 1 Massenbestand von Aster tripolium ssp. pannonicus in den Salzwiesen bei Illmitz, Neusiedlersee, 17.09.2011, 115 m, 47° 45' 11 N, 16° 14' 39 O Abb. 2 Aster tripolium bei Hochwasser in der Andelgraszone der Salzwiesen auf Spiekeroog, 11.08.2011, 0 m, 53° 46' 21 N, 07° 43' 55 O

Abb. 3 Aster tripolium in den Salzwiesen der Isla Canela, Spanien, 26.10.2013, 1 m, 37° 12' 40 N, 07° 23' 22 W Abb. 4 Aster tripolium in den Salzwiesen der Isla Canela, Spanien, 26.10.2013, 1 m, 37° 12' 40 N, 07° 23' 22 W

Abb. 5 Aster tripolium in den Salzwiesen der Isla Canela, Spanien, 26.10.2013, 1 m, 37° 12' 40 N, 07° 23' 20 W Abb. 6 Aster tripolium in den Salzwiesen der Isla Canela, Spanien, 26.10.2013, 1 m, 37° 12' 40 N, 07° 23' 20 W

Abb. 7 Aster tripolium vor der Blüte, deutlich sichtbar glattrandige Blätter, Ilha Tavira, Portugal, 18.10.2010, 0 m, 37° 06' 34 N, 07° 37' 50 W Abb. 8 Aster tripolium bei Hochwasser in den Salzwiesen auf Spiekeroog, 11.08.2011, 0 m, 53° 46' 19 N, 07° 44' 39 O

Abb. 9 Aster tripolium ssp. pannonicus bei den Salzlaken bei Illmitz, Neusiedlersee, 17.09.2011, 114 m, 47° 45' 48 N, 16° 46' 46 O Abb. 10 Aster tripolium ssp. pannonicus an den Salzlaken bei Illmitz, Neusiedlersee, 17.09.2011, 114 m, 47° 45' 48 N, 16° 46' 46 O

Abb. 11 Aster tripolium in der Anthese, Salzwiese auf Langeoog, 03.08.2010, 0 m, 53° 44' 54 N, 07° 30' 44 O Abb. 12 Aster tripolium mit nur ganz wenigen Zungenblüten, Salzwiese auf Langeoog, 03.08.2010, 0 m, 53° 44' 54 N, 07° 30' 44 O

Abb. 11 Blütenstand eines Aster tripolium an den Salinen des Städtchens Veli Ston, Kroatien, 09.10.2015, 0 m, 42° 50' 11 N, 17° 41' 45 O Abb. 12 Gut 100 cm hoher Aster tripolium an einem Tiede-Graben der Salinen des Städtchens Veli Ston, Kroatien, 09.10.2015, 1 m, 42° 50' 13 N, 17° 41' 45 O


Der Gattungsname Aster L. leitet sich ab von gr. "aster" (= Stern) und bezieht sich auf die sternförmig radiären Korbblüten. Vor Linné wurde die Art Tripolium coeruleum genannt. Linné hat das Epitheton tripolium so übernommen. Unklar bleibt die Herkunft des Names. Eine Erklärung wäre das gr. "Tripolis" (= die heutige Stadt Tripolis), in deren Küstensäumen A. tripolium vorkommt, beziehungsweise vorkam.

Aster tripolium sind dekorative Herbstblüher, als halophile Pflanzen jedoch nicht einfach zu kultivieren. Für experimentierfreudige Gärtner sind sie aber sicherlich eine Herausforderung.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Aster tripolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/aster-tripolium.html am Tg.Mo.Jahr.

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