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Cardamine impatiens
L.
Spring-Schaumkraut, Brassicaceae - Kreuzblütler
Vollfrühlingblüher, V–VII, 10–85 cm hoch, sommergrün, ein-, zweijährig

Das Spring-Schaumkrauttritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet bis zerstreut auf, mit Schwerpunkt in den Mittelgebirgen. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Schluchtwäldern, Mischwäldern, Waldsäumen und an Ruderalstandorten.

Es sind ein- bis zweijährige Pflanzen ohne Ausläufer. Zur Blütezeit ist die Grundrosette meist schon verwelkt. Die Stängel sind aufrecht, kantig, hohl und kahl. Die Laubblätter sind im Umriss länglich, 5–9-unpaarig gefiedert, mit 2 pfeilförmigen Öhrchen am Blattstielgrund. An der Fiederansatzstelle befinden sich Blattknospen, durch welche abgerissene Laubblätter anwaschen können (Blattembryonie). Die Teilblättchen sind etwa gleich groß, eiförmig und mehr oder weniger 3–5-spaltig. Die Kronblätter sind 2–3 mm lang, weiß, länglich, oft fehlend und früh abfallend. Später bilden sich 2–3 cm lange, aufrecht abstehende Schoten.


Abb. 1 Laubblatt der Cardamine impatiens mit den eiförmigen, spaltigen Abschnitten. Ruderalfläche an der Nordbahntrasse Wuppertal-Barmen, 17.05.2022, 174 m, 51° 16' 03 N, 07° 09' 39 O Abb. 2 Hohler und kantiger Stängel der Cardamine impatiens. Ruderalfläche an der Nordbahntrasse Wuppertal-Barmen, 17.05.2022, 174 m, 51° 16' 03 N, 07° 09' 39 O

Abb. 3 Blüten der Cardamine impatiens mit frühzeitig abgefallenen Kronblättern. Wegesrand am Geißlerbach in Nesselwang, 04.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O Abb. 4 Blüten der Cardamine impatiens mit frühzeitig abgefallenen Kronblättern. Wegesrand am Geißlerbach in Nesselwang, 04.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O

Abb. 5 Laubblätter der Cardamine impatiens. Wegesrand am Geißlerbach in Nesselwang, 04.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O Abb. 6 Aufrecht stehende, gerade Schoten von Cardamine impatiens. Wegesrand am Geißlerbach in Nesselwang, 04.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O

Abb. 7 Laubblätter der Cardamine impatiens. Wegesrand in der Höllentalklamm bei Grainau, 16.06.2022, 846 m, 47° 27' 34 N, 11° 02' 44 O


Der Gattungsname Cardamine L. ist abgeleitet von gr. "kardamine" (=Gartenkresse) und wurde schon vorlinnäisch genutzt. Das Benennungsmotiv bleibt jedoch ungeklärt. Das Epitheton impatiens stammt von lat. "impatiens" (= ungeduldig) und bezieht sich auf die Eigenart des Schleudermechanismus' der Schoten. Dieser Wortstamm findet sich auch heute noch in vielen europäischen Sprachen, beispielsweise engl. "impatient" oder it. "impaziente".

Cardamine impatiens wird eher selten im Garten angebaut und dürfte zumeist die Konnotation eines Unkrauts haben.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2022: Cardamine impatiens. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cardamine-impatiens.html am Tg.Mo.Jahr.

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