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Centaurea pseudophrygia C. A. Meyer
  synonym: Jacea pseudophrygia Holub
Perücken-Flockenblume, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Sommerblüher, VIII–IX, 20–90 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Perücken-Flockenblume tritt in Mitteleuropa zerstreut bis selten auf, mit Schwerpunkt in den höheren Mittelgebirgen und Alpen, Richtung Norden nur noch adventiv oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt werden (sub-)montane Wiesen, Rasen, lichte Laubwälder und Ruderalstandorte besiedelt, überwiegend auf kalkfreiem Grund.

Die Pflanzen wachsen aufrecht mit verzweigenden und behaarten, rauhen Stängeln. Die Laubblätter sind elliptisch-lanzettlich bis eiförmig, die unteren gestielt und die oberen sitzend und stängelumfassend. Die Blütenhülle (das rundlich eiförmige Organ unterhalb der Kronen) ist eikugelig, 12–18 mm breit. Die Anhängsel der Hüllblätter sind dunkelbraun, bedecken die Hülle vollständig (Perücken-Motiv) und haben eine fiedrig gefranste, bis 1 cm lange Spitze. Die Blüten sind purpurfarben mit strahligen Randblüten.


Abb. 1 Von Anhängseln der Hüllblätter bedeckte Blütenhülle der Centaurea pseudophrygia nach Blühende. Wegesrand unterhalb des Eckbauer bei Garmisch-Partenkirchen, 27.09.2020, 1208 m, 47° 28' 05 N, 11° 08' 05 O Abb. 2 Purpurfarbene Blüte der Centaurea pseudophrygia mit den strahligen Randblüten. Wegesrand unterhalb des Eckbauer bei Garmisch-Partenkirchen, 27.09.2020, 1208 m, 47° 28' 05 N, 11° 08' 05 O


Der Gattungsname Centaurea leitet ab sich von gr. "Kentaureios" (= Kentauren, pferdegestaltige, heilkundige Bergbewohner), was auf den arzneilichen Gebrauch der Gattung hinweist und die selbe etymologische Wurzel wie die Gattung der Tausendgüldenkräuter, Centaurium Hill., hat. Das Epitheton pseudophrygia leitet sich ab von gr. "pseudo" (= falsch, Schein-) und gr. "phrygios" (= trocken, dürr), nach der Ähnlichkeit mit der Phrygischen Flockenblume, C. phrygia L., was auf die dürren Hüllblattanhängsel abzielt, die den Perückeneffekt konstituieren.

Perücken-Flockenblumen sind dekorative Stauden mit attraktiven, farbenfrohen Blüten und werden gelegentlich in Gärten kultiviert. Passende Standorte sind Steingärten, Staudenbeete, Wildblumenwiesen oder auch Yuccaarrangements. Die Pflanzen sollten sonnig und offen stehen, ideal ist ein kalkfreier Boden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Centaurea pseudophrygia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/centaurea-pseudophrygia.html am Tg.Mo.Jahr.

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