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Chaerophyllum hirsutum L.
Rauhaariger Kälberkropf, Apiaceae - Doldenblütler
Sommerblüher, V–VII, 50–120 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Rauhaarige Kälberkropf tritt in Mitteleuropa selten bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt in den südlichen und östlichen Mittelgebirgen und Alpen. Im nördlichen und westlichen Flachland fehlt die Art großflächig. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt werden feuchte Staudenfluren, Bachränder, montane Wiesen und Auenwälder besiedelt.

Es sind mehrjährige Pflanzen mit kräftigem Rhizom. Die Stängel sind aufrecht, stielrund oder etwas gerillt, abstehend behaart oder fast kahl und typischerweise unter den Knoten, als einziger der heimischen Kälberkröpfe, nicht verdickt. Die Laubblätter sind 2-fach gefiedert mit großen Abschnitten. Jede der untersten Fiedern ist fast groß wie die übrige Blattspreite. Die Dolden bestehen aus 4–20 Doldenstrahlen mit 0–2 hautrandigen, lanzettlichen, bewimperten Hüllblättern (Hüllblätter sind bei Doldenblütler die Hochblätter direkt unterhalb des Blütenstandes, Hüllchenblätter jene unterhalb der Teildolden = Döldchen). Es finden sich 5–10 lanzettliche, hautrandige und bewimperte Hüllchenblätter. Die Blüten sind nicht strahlend, meist weiß, gelegentlich rosafarben und weisen typischerweise bewimperte Kronblätter auf. Die Früchte sind 6–13 mm lang, zylindrisch und mit parallelen bis wenig spreizenden Griffelästen.


Abb. 1 Filigraner, abgeblühter Fruchtstand des Chaerophyllum hirsutum im feuchten Laubbwald des Schloßbachel-Tals, Nesselwang, 15.06.2022, 1.012 m, 47° 36' 47 N, 10° 30' 06 O Abb. 2 Blüten, Früchte und Laubblätter von Chaerophyllum hirsutum am Geißlerbach in Nesselwang, 15.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O

Abb. 3 Laubblattspreite von Chaerophyllum hirsutum am Geißlerbach in Nesselwang, 15.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O Abb. 4 Blütenstand des Chaerophyllum hirsutum mit noch nicht vollständig aufgeblühten Kronen. Geißlerbach in Nesselwang, 15.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O

Abb. 5 Lanzettliche und hautrandige Hüllblätter des Chaerophyllum hirsutum. Geißlerbach in Nesselwang, 15.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O Abb. 6 Früchte und Hüllchenblätter von Chaerophyllum hirsutum am Geißlerbach in Nesselwang, 15.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O

Abb. 7 Die Blattunterseiten von Chaerophyllum hirsutum sind nur spärlich behaart. Geißlerbach in Nesselwang, 15.06.2022, 905 m, 47° 37' 09 N, 10° 29' 44 O


Der Gattungsname Chaerophyllum L. existierte schon vorlinnäisch und leitet sich womöglich von gr. "chaire" (= Freue Dich!) und gr. "phyllon" (= Blatt) ab, im Sinne von "liebliches Blatt", nach dem Gebrauch in der Küche. Das Epitheton hirsutum stammt von lat. "hirsutus" (= borstig, bedeckt mit langen steifen Haaren), nach den bewimperten Kronblättern, Hüllen und Hüllchen und den meist rauhaarigen Stängeln (in den unteren Bereichen).

Chaerophyllum hirsutum ist eine Pflanze für den naturnahen Garten und dürfte wohl eher wenig zum Einsatz kommen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2022: Chaerophyllum hirsutum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/chaerophyllum-hirsutum.html am Tg.Mo.Jahr.

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