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Colutea arborescens L.
Gewöhnlicher Blasenstrauch, Fabaceae - Hülsenfrüchtler, Hülsenfruchtgewächse
Sommerblüher, V–VIII, 150–500 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Gewöhnliche Blasenstrauch kommt in Deutschland ursprünglich nur im Oberrheingebiet vor. Als wärmeliebende Pflanze ist er im Mittelmeerraum weit verbreitet, wo er bevorzugt in lichten Gebüschen, der Macchien und an Wegesrändern anzutreffen ist. In Mitteleuropa werden Eichenmischwälder oder mesophile Schlehengebüsche besiedelt und er tritt als Apophyt entlang von Verkehrswegen auf; es gibt auch angepflanzte Bestände entlang von Straßen. Mittlerweile ist C. arborescens zerstreut bis selten in vielen Regionen Mitteleuropas verbreitet.

Die Pflanzen wachsen aufrecht bis aufsteigend. Die Laubblätter sind einfach, unpaarig gefiedert und stehen wechselständig an den reichlich erscheinenden Zweigen. Die Fiederblättchen sind verkehrt eiförmig bis oval, vorn ausgrandet und stehen meist zu 11. Die Blüten stehen zu 3–6, sind bis 2 cm lang, hellgelb oder selten rot-orangefarben. Die Blüten erscheinen über einen langen Zeitraum im Sommer, so dass die Blüte gleichzeitig mit der Fruchtreife auftritt. Die Früchte sind bis zu 8 cm lange, aufgeblasene, bräunliche Hülsen mit 20–30 Samen. Über den Winter können sie an der Pflanze verbleiben. Im Winter friert Colutea arborescens teilweise oder ganz zurück. Zur Blüte- und Fruchtzeit ist der Gewöhnliche Blasenstrauch unverkennbar.


Abb. 1 Spontaner Strauch der Colutea arborescens an der L 418 bei Wuppertal-Küllenhahn, 309 m, 51° 13' 34 N, 07° 08' 39 O Abb. 2 Blüte von Colutea arborescens an der L 418, Wuppertal-Küllenhahn, 309 m, 51° 13' 34 N, 07° 08' 39 O

Abb. 3 Habitus von Colutea arborescens am Tagebau Garzweiler, 78 m, 51° 05' 45 N, 06° 30' 47 O Abb. 4 Aufgeblasene Hülsen von Colutea arborescens an der L 418, Wuppertal-Küllenhahn, 309 m, 51° 13' 34 N, 07° 08' 39 O

Abb. 5 Blüten und Zweig von Colutea arborescens am Tagebau Garzweiler, 78 m, 51° 05' 45 N, 06° 30' 47 O Abb. 6 Rötlich orange-farbene Blüten von Colutea arborescens im Botanischen Garten Wuppertal, 225 m, 51° 15' 38 N, 07° 09' 39 O

Abb. 7 Blühender Zweig von Colutea arborescens am Naturstandort im Flaumeichen-Wald am Büchsenberg bei Achkarren, Kaiserstuhl, 30.05.2018, 216 m, 48° 04' 09 N, 07° 36' 26 O Abb. 8 Die Fieederblättchen von Colutea arborescens sind oval, unpaarig und gegenständig, Privatgarten, 28.08.2014

Abb. 9 Blühender Strauch der Colutea arborescens in der Macchie nahe der Stadtmauer des Städtchens Veli Ston, Kroatien, 09.10.2015, 83 m, 42° 50' 27 N, 17° 41' 50 O Abb. 10 Blüten von Colutea arborescens in der Macchie auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 09.10.2015, 25 m, 42° 39' 46 N, 18° 04' 19 O

Abb. 11 Blühender Strauch der Colutea arborescens in der Macchie nahe der Stadtmauer des Städtchens Malli Ston, Kroatien, 09.10.2015, 55 m, 42° 50' 39 N, 17° 42' 04 O Abb. 12 Hülsen von Colutea arborescens am Naturstandort im Flaumeichen-Wald am Büchsenberg bei Achkarren, Kaiserstuhl, 12.09.2015, 216 m, 48° 04' 09 N, 07° 36' 26 O


Der Gattungsname Colutea L. wurde schon im Altertum für den Gewöhnlichen Blasenstrauch genutzt, gr. "kolytea" (= Blasenstrauch). Unbekannt bleibt das Benennungsmotiv. Das Art-Epitheton arborescens stammt von lat. "arborescens" (= baumförmig).

Schon lange wird Colutea arborescens wegen ihrer wertvollen Merkmale als Zierstrauch gepflanzt, sowohl im öffentlichen Bereich als auch in privaten Gärten. Es gibt Kultursorten mit gelben und unterschiedlich roten Farbtönen der Blütenkronen. An einem sonnigen und warmen Standort ist C. arborescens wenig problematisch. Am besten wäre ein neutraler bis leicht kalkhaltiger Boden. Jungpflanzen und erdnahe Jungtriebe sind schneckengefährdet. Etablierte Pflanzen blühen reichlich und sehr lange, oft den gesamten Sommer über. Auch die großen Hülsenfrüchte sind ein prächtiger Effekt für den Exotengarten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Colutea arborescens. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/colutea-arborescens.html am Tg.Mo.Jahr.

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