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Crinum ×powellii hort. ex Baker
Powells Hakenlilie, Amaryllidaceae - Amaryllisgewächse
Sommerblüher, VI–IX, 50–150 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Diese Freilandamaryllis (oder Hakenlilie) ist wahrscheinlich eine englische gärtnerische Kreuzung der südafrikanischen Arten Crinum bulbispermum (Burm. f.) Milne-Redh. & Schweick. × moorei Hook. f. von der es keinen Naturstandort gibt. Es sind sommergrüne Pflanzen mit einer bis 7 cm im Durchmesser großen, kugeligen Zwiebel, aus der eine Sprossachse wächst. Die Blattrosette besteht aus 15–18 grünen, tief rinnigen, 90–120 cm langen, 7–10 cm breiten, linearen bis schmal lanzettlichen, kahlen und etwas fleischigen Laubblättern, deren Rand knorpelig ist. Der Blütenstängel ist unverzweigt, bis 120 cm lang und trägt 6–9 terminale Einzelblüten in einer Dolde, die bis 5 cm lange Blütenstiele aufweisen. Die Blüten erscheinen im Hochsommer, sind weiß oder rosafarben, trichterförmig zu einer etwa 7 cm langen Perigonröhre verwachsen und haben 5 länglich lanzettliche Abschnitte. Früchte werden (wenn überhaupt) nur selten ausgebildet.


Abb. 1 Weiße Blüten des Crinum ×powellii an einer langjährig im Freiland angebauten Kolonie, Privatgarten, 28.07.2014 Abb. 2 Große Kolonie einer rosafarbenen Sorte des Crinum ×powellii im Japanischen Garten Leverkusen, 25.07.2003


Der Gattungsname Crinum L. stammt von gr. "krinon" (= Liliengewächs), einem antiken Begriff für zahlreiche Liliengewächse, dessen Herkuft unklar bleibt und von Linné auf die Gattung der Hakenlilien übertragen wurde. Das Epitheton powellii wurde zu Ehren von John Wesley Powell (1834–1902) etabliert, einem amerikanischen Naturforscher.

Crinum ×powelli ist ein exzellenter Vorbewuchs im Exotengarten mit attraktiven weißen oder rosafarbenen Blüten. Bei ausreichender Mulchung wohl in ganz Deutschland hart. Manchmal sterben einzelne Zwiebeln ab, insbesondere wenn Spätfröste den Neuaustrieb schädigen. Da Powells Hakenlilie aber zu reichlicher Bildung von Tochterzwiebeln neigt, treibt sie so gut wie immer wieder aus. Ideal ist ein gut drainierter Standort, auch im Steingarten oder zwischen Yuccas, wo das Wasser gut ablaufen kann. Pflanzung in reinen Sand hilft, die Überwinterung problemlos mit Mulchung zu gestalten. Bei der Erstpflanzung sollten mehrere ältere Zwiebeln in Gruppe gesetzt werden, um das Etablieren zu sichern. Im Tropengarten wird die Nothospezies seit 1995 im Freiland angebaut, mit Strohabdeckung in harten Wintern, ansonsten ohne Schutzmaßnahme.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Crinum ×powellii. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/crinum-powellii.html am Tg.Mo.Jahr.

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