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Cyclamen hederifolium Aiton
  synonym: Cyclamen neapolitanum Ten.
Efeublättriges Alpenveilchen, Herbst-Alpenveilchen, Neapolitanisches Alpenveilchen, Primulaceae - Primelgewächse
Herbstblüher, VIII–X, 5–15 cm hoch, wintergrün, mehrjährig

Das Efeublättrige Alpenveilchen stammt aus dem südeuropäischen, kleinasiatischen Raum. Bevorzugt besiedelt es schattige und feuchtere Stellen in lichten Wäldern, Felsfluren, der Macchie oder an Wegesrändern bis aus 1.300 m über Meereshöhe.

Die Knollen sind diskusförmig, 15–25 cm im Durchmesser und im Zentrum oder seitlich der oberen Hälfte bewurzelt. Die Laubblätter sind sehr variabel und erinnern an Efeu (Hedera helix L.), meist herzförmig, länglich bis lanzettlich, oft gelappt oder kantig. Auffällig ist die hübsche, weiße bis rosafarbene Blüte, die vor den Blättern erscheint. An der Basis der zurückgeschlagenen Kronblätter finden sich dunkle Flecken. Die Blütenstiele sind am Grund niederliegend, dann aufsteigend. Später bilden sich Fruchtkapseln, die sich im Sommer öffnen und zahlreiche, hellbraune, polygonale Samen entlassen. Im Sommer sind die Pflanzen eingezogen.


Abb. 1 Blüte des Cyclamen hederifolium mit weißem Perigon, Privatgarten, 29.08.2014 Abb. 2 Kleine Gruppe des Cyclamen hederifolium an einem Wegesrand auf der kroatischen Insel Brac, 18.10.2012, 219 m, 43° 21' 46 N, 16° 30' 13 O

Abb. 3 Rosafarbene Blüten des Cyclamen hederifolium Blüte an einem Wegesrand auf der kroatischen Insel Brac, 118.10.2012, 219 m, 43° 21' 46 N, 16° 30' 13 O Abb. 4 Laubblätter von Cyclamen hederifolium an einem Wegesrand auf der Insel Brac, Kroatien, 18.10.2012, 239 m, 43° 21' 39 N, 16° 30' 31 O

Abb. 5 Blühende Topfpflanze des Cyclamen hederifolium im 1,5L-Topf, Privatgarten, 02.11.2014 Abb. 6 Rosafarbene Blüten des Cyclamen hederifolium in einem Privatgarten, 02.11.2014

Abb. 7 Kolonie des Cyclamen hederifolium auf einer Wiese der kroatischen Insel Brac, 18.10.2012, 220 m, 43° 21' 47 N, 16° 30' 10 O Abb. 8 Rosafarbene Blüten von Cyclamen hederifolium auf der kroatischen Insel Brac, 18.10.2012, 239 m, 43° 21' 39 N, 16° 30' 31 O

Abb. 9 Cyclamen hederifolium Knolle von oben, etwa 10 cm im Durchmesser, Privatsammlung Abb. 10 Laubblätter von Cyclamen hederifolium im Botanischen Garten Freiburg, 263 m, 48° 00' 36 N, 07° 51' 29 O

Abb. 11 Laubblätter von Hedera helix (links) und Cyclamen hederifolium (rechts) auf der Insel Hombroich, Neuss, 20.03.2021 Abb. 12 Geöffnete Kapselfrucht des Cyclamen hederifolium, die zahlreiche hellbraune, polygonale Samen entlässt, Privatgarten, 23.07.2015

Abb. 13 Cyclamen hederifolium besiedelt auch "kleine Lebensräume" wie Felsspalten in den Kalkaufschlüssen der Garrigue. Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 14 m, 42° 39' 47 N, 18° 03' 46 O Abb. 14 Blüten des Cyclamen hederifolium auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 05.10.2015, 11 m, 42° 39' 47 N, 18° 03' 53 O

Abb. 15 Knolle des Cyclamen hederifolium mit zahlreichen Blüten im Rasen eines Hotels auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 05.10.2015, 15 m, 42° 39' 45 N, 18° 03' 57 O Abb. 16 In der Garrigue finden sich im Herbst mancherorts Massenbestände des Cyclamen hederifolium. Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 09.10.2015, 25 m, 42° 39' 46 N, 18° 04' 19 O


Der Gattungsname Cyclamen stammt von gr. "kyklos" (= rund). Er verweist auf die Form der Knolle. Auch das im Deutschen geläufige Wort "zyklisch" hat diese etymologische Wurzel. Das Epitheton hederifolium und der deutsche Name beziehen sich auf die Ähnlichkeit mit den Blättern des Efeus.

Cyclamen hederifolium wird in England und dem westlichen Mitteleuropa schon lange kultiviert. Mancherorts haben sich stabile, synanthrope Bestände gebildet. Als herbstblühendes Alpenveilchen dekoriert es zur Zeit des Laubfalls den Garten, wenn nur noch wenige Pflanzen blühen. Gegenüber anderen Cyclamen-Arten kann sich C. hederifolium dominant verhalten und jene verdrängen. Von daher sind Distanzpflanzungen empfehlenswert. Pflanzen die sich wohlfühlen breiten sich langsam über Samen aus. Diese befinden sich in Kapselfrüchten, welche sich im Sommer öffnen - auch wenn sie von Erde bedeckt sind, so dass die Samen im Boden keimen und die neu gebildeten Knollen oberflächennah wachsen können.

Im Handel erworbene Knollen sind beim Einpflanzen nur "gerade eben so" mit Erde zu bedecken, mit der Wurzelfläche nach oben! Mit Erwärmung des Bodens im Frühling ist der richtige Zeitpunkt hierfür erreicht. Leichte Spätfröste schaden nicht. Wählen Sie einen neutralen bis leicht alkalischen Boden der gut drainiert ist. In Mitteleuropa darf der Standort auch sonnig sein. Bei fehlender winterlicher Schneedecke ist in kalten Regionen leichtes Abdecken ratsam.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. 2006: Flowers of Greece and the Balkans. – Oxford University Press, Oxford, New York, 592 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Cyclamen hederifolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cyclamen-hederifolium.html am Tg.Mo.Jahr.

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