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Cylindropuntia leptocaulis (DC.) F. M. Knuth
  synonym: Cylindropuntia brittonii (J. G. Ortega) Backeb.
                 Opuntia brittonii J. G. Ortega
                 Opuntia fragilis var. frutescens Engelm. & A. Gray
                 Opuntia frutescens Engelm.
                 Opuntia gracilis Pfeiff.
                 Opuntia leptocaulis DC.
                 Opuntia ramulifera Salm-Dyck
                 Opuntia vaginata Engelm.
Weihnachts-Cholla, Cactaceae - Kakteengewächse
Frühling-Sommer-, Herbstblüher, III–X, 50–180 cm, immergrün, mehrjährig

Die Weihnachts-Cholla stammt aus dem Süden der USA und Mexiko, wo die Pflanzen in Wüsten, Prärien, Hartlaub-Wäldern und offenen Strauchgesellschaften in Höhen von 40–1.500 m über NN wachsen. Es sind immergrüne, mehr oder weniger dicht verzweigende Sträucher bis 180 cm Höhe. Die Stamm-Segmente sind schlank zylindrisch, 2–8 cm lang, 3–5 mm breit und haben lineare, 1–3 cm lange Tuberkel (warzenartige Erhebungen). Die Laubblätter sind lineal-lanzettlich, fleischig, bis 7 mm lang und rasch abfallend. Die Areolen (filzige Polster in denen Dornen und Glochidien sitzen) sind breit elliptisch, 1–3,5 mm lang, wollig, weiß-gelblich und später grau. Je Areole finden sich 0–3 rot-braune, grau-weißlich bereifte, bis 4,5 cm lange Dornen mit gelblicher Spitze. Die Glochidien (mit Widerhaken besetzte Haare) sind 1–5 mm lang und gelb bis rötlich-braun. Die Blüten haben blass-gelbe bis grünlich-gelbe, 5–8 mm lange, länglich-ovale Perigonblätter. Zum Winter hin (Weihnachts-Cholla) bilden sich länglich-ovale, meist gelbe, gelegentlich rötlich, purpurfarben oder grünlich gefärbte, 9–27 mm lange, 6–12 mm breite, dornenlose, weiche und fleischige Früchte mit 16–20 Areolen. Die Samen sind blass-gelb, mehr oder weniger rundlich, 3–4,5 mm im Durchmesser und weich.

Cylindropuntia leptocaulis neigt am Naturstandort zur Hybridisierung, so dass Pflanzen sich gelegentlich nicht eindeutig einer Art zuordnen lassen.

Abb. 1 Cylindropuntia leptocaulis hat sehr schlanke Segmente und verzweigt reichlich, Privatgarten, 26.09.2019 Abb. 2 Sprossachse der Cylindropuntia leptocaulis mit Laubblättern und Dornen, Privatgarten, 26.09.2019

Abb. 3 Areolen der Cylindropuntia leptocaulis mit gelblich-rötlichen Glochidien, Privatgarten, 26.09.2019


Der Gattungsname Cylindropuntia (Engelm.) F. M. Knuth leitet sich ab von gr. "kylindros" (= Walze, Zylinder) und der Gattung Opuntia Mill. Er beschreibt die zylindrische Form der Stamm- und Spross-Segmente, im Gegensatz zu den rundlichen oder "ohrenförmigen" anderer Arten der Opuntien. Manche Autoren sehen die Einordnung der Cylindropuntiae in die Gattung Opuntia Mill. als richtig an. Das Epitheton leptocaulis stammt von gr. "leptos" (= dünn, mager, zart, fein) und lat. "caulis" (= Stängel), nach den relativ dünnen Stängeln.

An trockenen und warmen Standorten dürfte die Weihnachts-Cholla sicherlich einen Versuch im Freiland wert sein. Hier wählt man einen durchlässigen, idealerweise kalkhaltigen, abgemagerten Boden mit Südausrichtung. Die Art neigt zu strauchartigem Habitus, da die Segmente ungewöhnlich schlank sind. Größere Pflanzen verholzen zwar in den unteren Partien werden aber besonders bei starken Schneefällen kopflastig. Daher ist ein Abstützen in unserem Klima ratsam. Alternativ kann man einen Rückschnitt im Sommer durchführen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Cylindropuntia leptocaulis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cylindropuntia-leptocaulis.html am Tg.Mo.Jahr.

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