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Cylindropuntia whipplei (Engelm. & J. M. Bigelow) F. M. Knuth
  synonym: Cylindropuntia hualpaensis (Hester) Backeb.
                 Opuntia whipplei Engelm. & J. M. Bigelow
Whipples Kaktus, Whipples Cholla, Cactaceae - Kakteengewächse
Frühling-Sommerblüher, V–VII, 30–150 cm, immergrün, mehrjährig

Whipples Kaktus stammt aus dem Südwesten der USA, wo die Pflanzen im Grasland, den Wüsten, Wacholderstrauchgesellschaften, Beifußsteppen, Kiefern- und Mischwälder auf 900–2.300 m über Meereshöhe wachsen. Es sind Sträucher bis 150 cm Höhe, die aufrecht bis niederliegend wachsen, sich spärlich oder reichlich verzweigen. Die Stamm-Segmente stehen in Quirlen, sind grün, 3–15 cm lang und 0,5–2,2 cm im Durchmesser. Die warzenartigen Erhebungen (Tuberkel) sind 0,5–1 cm lang. Die Areolen (bei Cactaceae gestauchte, mit Dornen besetzte Achselsprossen) sind oval bis fast 3-eckig, 2–6 × 1,5–4 mm groß und bedeckt von anfänglich blass gelben bis weißlichen, wolligen Haaren, die später grau werden. Es gibt etwa 1–10 Dornen per Areole, die weißlich, blass gelb oder blass rötlich-braun, bis 4,5 cm lang sind und sich mit den Dornen angrenzender Areolen überlagern. Die Glochidien (mit Widerhaken besetzte Haare) in den Areolen sind gelb, 1–3 mm lang und stehen in Büscheln. Die Blüten tragen gelbe bis grünlich-gelbe, 15–30 mm lange, spatelförmige Perigonblätter. Später bilden bis 3,5 cm lange, zylindrische bis fast kugelige, gelbe bis grünlich-gelbe Früchte, die keine Dornen in den 36–62 Areolen tragen. Die Samen sind blass gelb, fast rund bis kantig, bis 3,5 mm lang.

Cylindropuntia whipplei neigt dazu, am Naturstandort mit anderen Arten zu hybridisieren.


Abb. 1 Reich verzweigende Pflanze der Cylindropuntia whipplei in einem Privatgarten, 01.05.2020 Abb. 2 Stammsegmente von Cylindropuntia whipplei mit langen, weißen Dornen, in einem Privatgarten, 01.05.2020


Der Gattungsname Cylindropuntia (Engelm.) F. M. Knuth leitet sich ab von gr. "kylindros" (= Walze, Zylinder) und der Gattung Opuntia Mill. Er beschreibt die zylindrische Form der Stamm- und Spross-Segmente, im Gegensatz zu den rundlichen oder "ohrenförmigen" anderer Arten der Opuntien. Manche Autoren sehen auch eine Einordnung der Cylindropuntiae in die Gattung Opuntia als richtig an. Das Art-Epitheton whipplei wurde zu Ehren des amerikanischen Eisenbahningenieurs Amiel Weeks Whipple (1816–1863) etabliert.

An trockenen und warmen Standorten dürfte Whipples Kaktus sicherlich ein Versuch im Freiland wert sein. Hier wählt man einen durchlässigen, idealerweise kalkhaltigen Boden mit Südausrichtung. Größere Pflanzen verholzen an den unteren Partien und zeigen kaum Dickenwachstum. Da solche Exemplare mit zunehmendem Wachstum und besonders bei starken Schneefällen kopflastig werden, ist ein Abstützen in unserem Klima ratsam. Alternativ kann man einen Rückschnitt durchführen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Cylindropuntia whipplei. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cylindropuntia-whipplei.html am Tg.Mo.Jahr.

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