Euphorbia atropurpurea Brouss. ex Willd.
Rote Kanaren-Wolfsmilch, Euphorbiaceae - Euphorbiengewächse
Frühlingblüher, III–IV, 30–150 cm hoch, immergrün, mehrjährig
Die Rote Kanaren-Wolfsmilch stammt von den Kanaren, wo die Pflanzen in den Sukkulenten-Strauchgesellschaften der Küsten- und Mittelhanglagen auf 100–900 m über Meereshöhe vorkommen.
Es sind aufrechte, locker verzweigende Sträucher mit zimtbraunen, im Alter verholzenden Ästen. Die Laubblätter stehen schopfig an den Zweigenden, sind blaugrün, lanzettlich bis spatelförmig, 5–15 cm lang und im Sommer gelegentlich hinfällig.
Der Blütenstand ist eine 5–15-strahlige, terminale Scheindolde. Wie für Euphorbien typisch werden die Blüten plus Hochblätter der Euphorbia atropurpurea als Cyathium bezeichnet. Der Begriff leitet sich ab von gr. "kyathos" (= Schröpfgefäß) und beschreibt die becherartige Hülle aus Hochblättern unterhalb der Basis der Blüten, die man als "Ersatz" für die fehlenden Blütenblätter sehen kann. Cyathien bestehen bei E. atropurpurea aus über 1 cm breiten, meist dunkel purpurfarbenen, selten grünlichen Hochblättern; die Nektardrüsen sind oval und purpurrot bis braun. Später bilden sich 3-fächrige, dunkel rotbraune Kapselfrüchte, die bei Reife aufspringen und die Samen heraus schleudern (Ballochorie).
Wahrscheinlich geht der Gattungsname Euphorbia L. auf den um Christi-Geburt lebenden, mauretanischen König Juba II. zurück, der Harz und Pflanzen der Euphorbien, wahrscheinlich der E. mauritanica L., nach seinem Leibarzt Euphorbos benannte. Das Epitheton atropurpurea stammt von lat. "ater" (= schwarz) und lat. "purpureus" (= purpurfarben), zu "schwarzpurpurfarben", nach den dunkelfarbigen Blütenständen.
Euphorbia atropurpurea ist eine architektonisch ansprechende Euphorbie. Die Winterhärte reicht bei gutem Standort bis Z 8b/9a. Sie eignet sich für die Kübelkultur. Ideal sind sonnige, trockene Standorte im Sommer und kühl trockene Überwinterung.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Euphorbia atropurpurea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/euphorbia-atropurpurea.html am Tg.Mo.Jahr.