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Euphorbia corollata L.
  synonym: Euphorbia marilandica Greene
                 Euphorbia olivacea Small
                 Tithymalopsis corollata (L.) Klotzsch & Garcke
                 Tithymalopsis olivacea (Small) Small
Östliche Blüteneuphorbie, Euphorbiaceae - Euphorbiengewächse
Sommerblüher, VI–XI, 20–100 cm hoch, sommer-, halbimmergrün, mehrjährig

Die Östliche Blüteneuphorbie stammt aus dem östlichen und südlichen Nordamerika wo die Pflanzen in den Prärien, Grasgesellschaften, Feldern, lichten Wäldern, Sümpfen, gestörten Flächen und entlang von Straßen in Höhen von 0–1.300 m über Meereshöhe wachsen. Es sind zumeist unverzweigte Euphorbien mit einem kräftigen, kriechenden Rhizom. Die Stängel sind aufrecht oder aufsteigend, kahl oder locker behaart. Die Laubblätter sind wechselständig, länglich lanzettlich, schmal oval oder eiförmig, 25–55 mm lang, 5–12 mm breit, sitzend oder kurz gestielt, ganzrandig, beidseits kahl oder leicht behaart. Es finden sich 0,1–0,2 mm lange Nebenblätter. Die Blütenstände sind scheindoldenähnliche Pleiochasien (Seitenäste länger als Hauptachse).

Wie für Euphorbien typisch werden die Blüten plus Hochblätter der Euphorbiae als Cyathium bezeichnet. Der Begriff leitet sich ab von gr. "kyathos" (= Schröpfgefäß) und beschreibt die becherartige Hülle aus Hochblättern unterhalb der Basis der Blüten, die man als "Ersatz" für die fehlenden Blütenblätter sehen kann. Cyathien sind meist grün oder gelblich und eher unscheinbar, bei E. corollata bestehen diese aus 5 weißen, bis zu  4,5 mm langen Hochblättern, die den Schauapparat repräsentieren und den Vermehrunsgorganen, die getrennt auf weiblichen und männlichen Einzelblüten stehen. Die Nektarblätter sind grün bis honiggelb und nierenförmig. Die Früchte sind kügelige, bis 4,2 mm im Durchmesse große, kahle Kapseln, die weiße oder hell graue, bis 2,8 mm lange Samen enthalten und durch Aufspringen (Ballochorie) die Samen heraus schleudern.

Euphorbia corollata hat ein großes Verbreitungsgebiet in Nordamerika und ist dementsprechend relativ vielgestaltig. Zudem ist die Art in Ausbreitug begriffen und tritt vermehrt synanthrop auf gestörten Flächen auf.


Abb. 1 Weibliche Blüte der Euphorbia corollata mit noch unreifer Kapsel. Privatgarten in Winchester, Virginia, 16.10.2019 Abb. 2 Lockerer Blütenstand von Euphorbia corollata in einem Privatgarten in Winchester, Virginia, 16.10.2019

Abb. 3 Männliche und weibliche Blüten der Euphorbia corollata in einem Privatgarten in Winchester, Virginia, 16.10.2019 Abb. 4 Schmal ovale Laubblätter der Euphorbia corollata in einem Privatgarten in Winchester, Virginia, 16.10.2019


Wahrscheinlich geht der Gattungsname Euphorbia L. auf den um Christi-Geburt lebenden, mauretanischen König Juba II. zurück, der Harz und Pflanzen der Euphorbien, wahrscheinlich der E. mauritanica L., nach seinem Leibarzt Euphorbos benannte. Es erscheint möglich, dass in der alten Medizin E. paralias als Abführmittel genutzt wurde, was sich heute noch im englischen Volksnamen ausdrückt: Sea-Spurge, vom mittelenglischen "purge" (= abführen). Das Epitheton corollata stammt von lat. "corolla" (= kleiner Kranz, kleine Krone), nach den kleinen, für Euphorbien auffälligen Blüten.

Euphorbia corollata ist eine hübsche Euphorbie für das Sukkulentenbeet, den Steingarten oder das Alpinum. Ein sonniger und möglichst warmer Standort ist ideal. Auch abgemagerte Böden und etwas feuchtere Standorte werden toleriert.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Euphorbia corollata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/euphorbia-corollata.html am Tg.Mo.Jahr.

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