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Euphrasia officinalis L.
Echter Augentrost, Großer Augentrost, Orobanchaceae - Sommerwurzgewächse
Frühling-, Sommerblüher, V–X, 05–40 cm hoch, sommergrün, einjährig

Der Echte Augentrost tritt in Mitteleuropa in den Alpen und Mittelgebirgen verbeitet bis zerstreut auf, im nördlichen Flachland selten bis zerstreut oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf Xerothermrasen, Magerrasen, Wiesen und Weiden.

Die Pflanzen sind einjährig, drüsig behaart oder kahl und wachsen aufsteigend bis aufrecht. Die Stängel sind mehr oder weniger verzweigend. Die Laubblätter sind eiförmig, mit breitem Grund sitzend, 1–2 mal so lang wie breit und haben 8–12 kaum begrannte Zähne. Die Blüten sind weiß bis violett, relativ groß, aus dem Kelch heraus ragend und 7–15 mm lang. Die Kelche sind behaart oder kahl. Die Hochblätter sind dicht aufeinander folgend. Später bilden sich Kapselfrüchte, die meist kürzer als der Kelch sind.

Die Pflanzen sind Wurzel-Halbparasiten, weshalb die Gattung unter die Orobanchaceae eingeordnet wird. Das Pflanzenspektrum auf welchem der Steife Augentrost schmarotzert, umfasst hauptsächlich Gräser.


Abb. 1 Blüten von Euphrasia officinalis mit gelbem Fleck auf der Unterlippe, extensive Wiese am Vordergraseck oberhalb der Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen, 27.09.2020, 918 m, 47° 27' 56 N, 11° 07' 26 O Abb. 2 Aufrechter Stängel von Euphrasia officinalis, extensive Wiese am Vordergraseck oberhalb der Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen, 27.09.2020, 918 m, 47° 27' 56 N, 11° 07' 26 O


Der Gattungsname Euphrasia L. existierte schon vorlinnäisch und stammt von gr. "euphrasia" (= Freude, Vergnügen), wahrscheinlich bezogen auf die Heilwirkung der Pflanzen. Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der Nutzung der Pflanzen als Arzneimittel.

Der Echte Augentrost ist eine zierliche Heilpflanze für den naturnahen Garten in Begleitung von Gräsern. Der Standort sollte sonnig sein und offene Bodenstellen zur Selbstaussaat aufweisen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Euphrasia officinalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/euphrasia-officinalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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