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Fatsia japonica (Thunb.) Decne. & Planch.
Zimmeraralie, Araliaceae - Araliengewächse
Herbst-Winterblüher, X–II, 300–500 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Zimmeraralie stammt aus Süd-Korea und Japan, wo sie in (sub-)tropischen Strauchgesellschaften und Wäldern wächst. In China, Neuseeland und Südamerika ist die Art mancherorts verwildert. Es sind immergrüne Sträucher bis 5 m Höhe, die anfangs aufrecht, später breit ausladend wachsen, dann reich verzweigt, mit jungen, dicht wollig behaarten Trieben, später kahl mit glatter, graubrauner Borke. Die tropisch wirkenden, ledrigen, dunkelgrünen, im Umriss rundlichen, tief 7–9-fach gelappten Laubblätter erreichen Durchmesser von bis zu 55 cm und haben bis 60 cm lange Blattstiele. Im Herbst bis Winter erscheinen die Blütenstände. Es sind Gesamtrispen, die aus mehreren bis 4 cm im Durchmesser großen Dolden bestehen und - wie für Rispen typisch - mit einer Terminaldolde abschließen. Die zwittrigen Blüten sind cremig weiß und fünfzählig. Später bilden sich erst grünliche, dann schwarze, bis 5 mm im Durchmesser große, kugelige Steinfrüchte, die zum Frühling hin reifen.


Abb. 1 Fruchtstand mit grünen, noch unreifen Früchten der Fatsia japonica in einem Privatgarten, 19.02.2006 Abb. 2 Rundliche Dolden der Fatsia japonica mit den kleinen, creme weißen Blüten, Privatgarten, 27.10.2005

Abb. 3 Blühender Strauch der Fatsia japonica 'Spiders Web' in einem Privatgarten in Zülpich, 06.12.2020 Abb. 4 Exemplar der Fatsia japonica mit reifen Früchten und beginnendem Neuaustrieb im Frühling, Privatgarten, 13.05.2015

Abb. 5 Großes Exemplar der Fatsia japonica im Botanischen Garten Freiburg, 04.04.2010 Abb. 6 Das selbe Exemplar der Fatsia japonica wie Abb. 5 nach starkem Rückschnitt, Botanischer Garten Freiburg, 02.04.2013

Abb. 7 Laubblattspreite einer Containerpflanze der Sorte Fatsia japonica 'Spiders Web', Privatgarten, 04.03.2015 Abb. 8 Altes Exemplar der Fatsia japonica mit Trockenschäden in der Kleinstadt Enghien, Belgien, 18.03.2003

Abb. 9 Blätter einer Jungpflanze von Fatsia japonica in einem Privatgarten, 13.03.2012 Abb. 10 Graduelle Frostschäden an den Laubblättern der Fatsia japonica nach etwa –15 °C am 07.02.2012, Privatgarten, 13.03.2012

Abb. 11 Kugelige, unreife, noch grüne Früchte der Fatsia japonica in einem Privatgarten, 13.03.201 Abb. 12 Wollig behaarter Neuaustrieb von Fatsia japonica im Frühling in einem Privatgarten, 13.05.2015

Abb. 13 Blick in die Krone einer etwa 8 m hohen Fatsia japonica, Privatgarten, 13.05.2015 Abb. 14 Graubraune, glatte Borke von Fatsia japonica mit schlafenden Knospen, Privatgarten, 13.05.2015

Abb. 15 Schwarze, reife Früchte der Fatsia japonica im Frühling in einem Privatgarten, 13.05.2015 Abb. 16 Frostschadensbild an den Laubblättern einer Fatsia japonica nach etwa –15 °C am 07.02.2012, Privatgarten, 13.03.2012

Abb. 17 Strauch der Fatsia japonica in einem Kübel am Corso Vittorio Emanuele II in der Innenstadt von Cagliari, Sardinien, 19.10.2016 Abb. 18 Auch das ist in Mitteleuropa zu beobachten: Spontaner Keimling der Fatsia japonica in einem Privatgarten, 10.05.2017

Abb. 19 Laubblätter und Blüten von Fatsia japonica während des Eisregens im Februar 2021 in Nordrhein-Westfalen, Privatgarten, 07.02.2021


Der Gattungsname Fatsia Decne. & Planch. ist ungeklärt, möglich wäre die altjapanische Wurzel "fatsi" (= acht), nach der Anzahl der Abschnitte der Laubblätter oder ein abgeleiteter lokaler Vernakularname. Das Art-Epitheton japonica bezieht sich auf den Naturstandort.

Fatsia japonica ist eine prächtige, immergrüne, mit ihren großen Blättern tropisch wirkende Pflanze. Sie bevorzugt einen schattigen Standort mit leicht feuchten Böden. In jungen Jahren sind die Pflanzen empfindlicher, insbesondere gegenüber Frostschäden und frieren oft teilweise oder komplett unterhalb von –13 °C zurück. Ältere Pflanzen sind deutlich robuster und tolerieren wesentlich niedrigere Temperaturen, wobei Kahlfröste die Blätter ab etwa –15 °C schädigen. Stämme und Äste gesunder Pflanzen sind bis –21 °C und mehr frosttolerant. Es gibt etliche Pflanzen die bereits erfolgreich langfristig (> 20 Jahre) ohne Schutz in Mitteleuropa ausgepflanzt sind.

Auffällig ist bei Fatsia japonica zudem eine breite Streuung der Frosttoleranz. Aus Saat gewonnene Pflanzen zeigen eine erhebliche Spannbreite, so dass hier selektierte Pflanzen zu bevorzugen sind. Erfreulicherweise lässt sich die Art gut über Kopfstecklinge vermehren.

Jungpflanzen sollten in den ersten Wintern leichten Schutz am Stamm erhalten, hier empfiehlt sich das Umwickeln mit einem Frostschutzvlies, Bast- oder Kokosmatten. Selbiges sollte in Extremwintern erfolgen, wenn man die Architektur erhalten will. Auch ganz oder nur teilweise zurückfrierende Pflanzen erholen sich meist. Selbiges gilt für den Schnitt. Die Zimmeraralie ist sehr schnittverträglich und kann in dickere Äste zurückgenommen werden, wenn sie zu ausladend wird. Die Ansprüche an den Boden sind gering. Empfehlenswert ist ein schattiger oder halbschattiger Standort mit nicht zu trockenem Untergrund.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Fatsia japonica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/fatsia-japonica.html am Tg.Mo.Jahr.

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