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Foeniculum vulgare Mill.
  synonym: Anethum foeniculum L.
                 Anethum pannorium Roxb.
                 Foeniculum foeniculum (L.) H. Karst.
                 Foeniculum officinale All.
                 Foeniculum pannorium (Roxb.) DC.
                 Ligusticum foeniculum (L.) Crantz
                 Meum foeniculum (L.) Spreng.
                 Selinum foeniculum (L.) E. H. L. Krause
                 Seseli foeniculum (L.) Koso-Pol.
Gewöhnlicher Fenchel, Umbelliferaceae (= Apiaceae) - Doldenblütler
Sommerblüher, VI–IX, 50–250 cm hoch, sommergrün, ein- bis mehrjährig

Das Foeniculum vulgare ist eine aromatische mediterrane Staude, die als Fenchel bekannt ist und im gesamten Mittelmeergebiet verbreitet ist. Bevorzugt siedelt sie an Ruderalstellen entlang von Wegen und Straßen, in der Macchie und auf Schuttflächen und Brachen. Es sind ein-, zwei- oder mehrjährige, aufrecht wachsende, blaugrün bereifte Pflanzen. Die Pflanzen haben einen weichen, gerillten, hohlen Stängel, der aufsteigend verzweigt und bis 30 cm lange, 3–4-fach gefiederte Blätter trägt, die im Umriss dreieckig sind. Kennzeichnend ist die grazile Fiederung mit langen, fadenförmigen Segmenten bis 5 cm. Die Blüten stehen in Dolden zu 10–40 in Reihen und sind gelblich. Die Samen sind 4–6 mm lang und werden neben anderen Teilen des Fenchels ebenfalls in der Küche verwendet.


Abb. 1 Architektonischer Aspekt des Foeniculum vulgare, Kulturpflanze der 'Bronze'-Sorte in einem Privatgarten, Niederlande Abb. 2 Einjährige Jungpflanzen des Foeniculum vulgare aus Saat gezogen in 0,25L-Anzuchttöpfen

Abb. 3 Rost-roter, filigraner Neutrieb des Foeniculum vulgare, Zierpflanze in einem Privtgarten, Niederlande Abb. 4 Pflanze des Foeniculum vulgare in einem Privatgarten, Niederlande

Abb. 5 Doldiger Gesamt-Blütenstand des Foeniculum vulgare, Privatgarten, 31.08.2014 Abb. 6 Blütenstand des Foeniculum vulgare mit einer schon entfalteten Blüte, Privatgarten, 02.09.2014

Abb. 7 Blütenstand des Foeniculum vulgare im Sommer in einem Privatgarten, 05.07.2015 Abb. 8 Verzweigender Stängel von Foeniculum vulgare an einem Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 06.10.2015, 24 m, 42° 39' 42 N, 18° 04' 22 O

Abb. 9 Früchte von Foeniculum vulgare an einem Wegesrand bei Costa Rei, Sardinien, 20.10.2016, 11 m, 39° 14' 28 N, 09° 33' 40 O Abb. 10 Massenbestand des Foeniculum vulgare an einem Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 06.10.2015, 24 m, 42° 39' 42 N, 18° 04' 22 O

Abb. 11 Die 3–4-fach gefiederten Laubblätter von Foeniculum vulgare haben lange, fadenförmige Segmente. Wegesrand bei Costa Rei, Sardinien, 20.10.2016, 11 m, 39° 14' 28 N, 09° 33' 40 O


Der Gattungsname Foeniculum Mill. leitet sich von lat. "feniculum" (= Fenchel). Unklar bleibt die etymologische Wurzeln, möglicherweise von lat. "fenum" (= Heu) in Anspielung auf die, ähnlich dem Heu, duftenden Pflanzen. Das Epitheton vulgarus stammt von lat. "vulgaris" (= allgemein bekannt, gewöhnlich).

Es existieren zahlreiche Sorten, die ursprünglich für gustative Zwecke gezüchtet wurden. Für den Exotengärtner dürfte die Bronzeform von Interesse sein, da diese eine markante Architektur hat und sich hervorragend ins Yuccabeet oder den Exotengarten einpasst. Trotz der Herkunft aus warmen Ländern ist Foeniculum vulgare winterhart und sät sich an warmen, sonnigen Standorten auch selbständig aus. Ältere, verholzte Pflanzen neigen in harten Wintern zum Kollaps, beziehungsweise oft sind Exemplare sowieso nur ein- oder zweijährig. Deshalb sollte man die spontanen Jungpflanzen im Garten gezielt wachsen lassen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Foeniculum vulgare. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/foeniculum-vulgare.html am Tg.Mo.Jahr.

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