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Galeopsis segetum Neck.
  synonym: Dalanum segetum (Neck.) Dostál
                 Ladanella segetum (Neck.) Pouzar & Slavíková
Saat-Hohlzahn, Gelber Hohlzahn, Lamiaceae (= Labiatae), Lippenblütler
Sommerblüher, VII–VIII, 10–50 cm hoch, sommergrün, einjährig

Der Saat-Hohlzahn tritt in Mitteleuropas selten bis zerstreut auf, mit Schwerpunkt im westlcihen Mitteleuropa, Richtung Süosten fehlt er fast ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Schuttfluren, entlang von Wegen auf extensiven Äckern, Waldrändern, lichten Wäldern oder Ruderalstandorten wie Bahnanlagen oder Sandgruben. Die Pflanzen sind einjährig und wachsen aufrecht. Die Stängel sind weichhaarig und an den Knoten nicht verdickt. Die Laubblätter sind eiförmig bis lanzettlich, grün, grob gesägt mit 3–9 kräftigen Zähnen und beidseits behaart. Die Blüten stehen zu 4–9 in 1–4 Scheinquirlen und sind 20–35 mm lang. Die Blütenkronen sind meist gelblich bis weiß mit gelbem Schlundfleck, oft in den selben Beständen oder auch an einer Pflanze teilweise oder ganz rotviolett, sporadisch mit dunkelviolett gefärbten Hohlzähnen (Höcker am Schlund der Unterlippe). Der Kelch ist seidenhaarig und drüsig.


Abb. 1 Rotviolette Blüten der Galeopsis segetum in einem lichten Traubeneichenwald (Quercus petraea (Matt.) Liebl.) auf der Rheinbrohler Ley, 18.08.2019, 205 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 40 O Abb. 2 Weiß-gelbliche Blüten der Galeopsis segetum in einem lichten Traubeneichenwald auf der Rheinbrohler Ley, 18.08.2019, 205 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 40 O

Abb. 3 Individuenreicher Bestand der Galeopsis segetum in einem lichten Traubeneichenwald auf der Rheinbrohler Ley, 18.08.2019, 205 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 40 O Abb. 4 Weiße Blüten von Galeopsis segetum mit dunkelviolett gefärbtem Hohlzahn. Traubeneichenwald auf der Rheinbrohler Ley, 18.08.2019, 205 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 40 O

Abb. 5 An einer Pflanze der Galeopsis segetum können sich weiße und violette gleichzeitig befinden. Traubeneichenwald auf der Rheinbrohler Ley, 18.08.2019, 205 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 40 O Abb. 6 Die Kelche von Galeopsis segetum sind drüsig behaart, Traubeneichenwald auf der Rheinbrohler Ley, 18.08.2019, 205 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 40 O


Nicht eindeutig geklärt ist der Gattungsname Galeopsis L., der schon vorlinnäisch für eine Sippe mit Laubblättern, die denen der Brennessel ähneln, genutzt wurde; gr. "galeopsis". Denkbar wäre ein Idiom, welches auf gr. "galion" (= Galium, Labkraut) und gr. "opsis" (= Aussehen) zurück führbar wäre. Das Epitheton segetum stammt von lat. "seges" (= Saatfeld), nach dem Standort auf Äckern.

Dem Saat-Hohlzahn haftet wie anderen Hohlzähnen wohl die Konnotation als Unkraut an. Nichtsdestotrotz können blühende Bestände im Sommer den Unterwuchs von Gehölzpflanzungen enorm aufwerten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Galeopsis segetum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/galeopsis-segetum.html am Tg.Mo.Jahr.

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