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Gladiolus italicus Mill.
synonym:
  Gladiolus segetum Ker Gawl.
Saat-Siegwurz, Iridaceae - Irisgewächse (Schwertliliengewächse)
Frühlingblüher, IV–V, 50–100 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Saat-Siegwurz stammt aus dem mediterranen Raum bis Mittelasien, wo die Pflanzen als Ackerbegleitpflanze, auf Brachflächen, in Magerwiesen, entlang von Straßenrändern auf 1.200–1.500 m über Meereshöhe vorkommen. Es handelt sich um eine typische Kulturfolger-Art.

Die Pflanzen bilden 2–4 cm im Durchmesser große, rundliche Knollen mit faseriger, netzartiger Hülle. Je Knolle finden sich meist 3–6 grundständige und 1–2 stängelständige, bis 16 mm breite, schmal lanzettliche, schwertähnliche, grüne Laubblätter.

Der Blütenstand erscheint an aufrechten, unverzweigten Stängeln, ist eine überhängende, schwach 2-zeilige, einseitswendige Ähre mit 6–16 becherförmigen Blüten und 1 langen und 1 kurzen Hochblatt; die Perigone (Perigone deshalb, weil sich Kelch- und Kronblätter der Blüte nicht unterscheiden lassen) sind 6-zählig, zu einer kurzer Röhre verwachsen, 4–6 cm lang, rosarot bis purpurfarben; das mittlere der oberen 3 Perigonblätter ist helmförmig vorgewölbt, deutlich abgesetzt und größer als die beiden seitlichen; die unteren Perigonblätter sind meist heller mit weißer oder dunkler Zeichnung. Später bilden 3-fächrige Kapselfrüchte mit nicht oder nur schwach geflügelten Samen.


Abb. 1 Rote Blütenperigone des Gladiolus italicus am Rand des immergrünen Nebelwaldes nahe Erjos auf Teneriffa, 14.04.2009, 1.096 m, 28° 18' 52 N 16° 48' 51 W
Abb. 2 Blühende Pflanzen von Gladiolus italicus auf Kulturland nahe Erjos auf Teneriffa, 14.04.2009, 1.096 m, 28° 18' 52 N 16° 48' 51 W


Der Gattungsname Gladiolus L. leitet sich ab von lat. "gladiolus" (= kleines Schwert) und beschreibt die Form der Blätter. Im deutschen Begriff Gladiator kommt die selbe etymologische Wurzel vor. Das Epitheton italicus bezieht sich auf das Verbreitungsgebiet (Italien).

Die Saat-Siegwurz bevorzugt sonnige Standorte auf mineralischen, kalkhaltigen Böden. Die Winterhärte reichen für milden Regionen, an kalten Standorten ist eine Reisigauflage zu empfehlen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Gladiolus italicus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/gladiolus-italicus.html am Tg.Mo.Jahr.