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Heptacodium miconioides Rehder
  synonym: Heptacodium jasminoides Airy Shaw
Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch, Caprifoliaceae - Geißblattgewächse
Hochsommerblüher, VI–IX, 3–7 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch ist ein Strauch oder kleiner Baum aus China (Anhui, Hubei und Zheijang), wo die Pflanzen in Wäldern, Strauchgesellschaften und offenen Felshabitaten der Mittelgebirge in Höhen von 600–1.000 m über NN wachsen. Es sind sommergrüne, anfangs aufrecht wachsende Pflanzen, später ausladend mit unregelmäßig runder, oft auch bizarrer Krone. Die Borke ist papierartig, hell braun und schilfert in schmalen Streifen ab. Junge Zweige sind rot-braun und weisen eine Flaumbehaarung auf. Die Laubblätter sind gegenständig, oval, 8–15 cm lang und 5–9 cm breit, ledrig, grün, oberseits kahl, unterseits etwas flaumhaarig. Die Blütenstände sind pyramidenförmige, 5–15 cm lange Rispen, die aus mehreren Teilblütenständen bestehen. Die Einzelblüten sind weiß, duftend und 5-zählig mit purpurfarbenen, bis 2,5 mm langen, persistierenden Kelchen. Später bilden sich zylindrische, bis 1 cm lange Nussfrüchte, mit jeweils 1 Samen.


Abb. 1 Borke eines älteren Strauches des Heptacodium miconioides, Privatgarten Niederlande, Photo R + M Bulk Abb. 2 Blütenstand von Heptacodium miconioides mit den weißen Einzelblüten, Privatgarten Niederlande, Photo R + M Bulk


Der Gattungsname Heptacodium Rehder stammt von gr. "hepta" (= sieben) und gr. "kodia" (= Mohnkopf), möglicherweise nach den aus 7 Fruchtblättern gebildeten Fruchtknoten oder der aus mehreren Teilblütenständen bestehenden Gesamtrispe. Das Epitheton miconioides leitet sich ab von der Gattung Miconia Ruiz & Pav. und gr. "-oeides" (= -ähnlich), nach der Ähnlichkeit von Habitus, Laubblättern und Blütenständen.

In der Natur tritt der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch nur an wenigen Standorten auf und gehört somit zu den seltenen Arten. Mithin wird er nur wenig in Gärten angebaut. Dabei imponiert er neben dem bizarren Habitus auch mit einer sprichwörtlichen Doppelblüte: die im Hochsommer erscheinenden weißen Blütenstände werden sukzessive im Herbst von den prächtigen, purpurfarbenen Hochblättern abgelöst, die bis zur Fruchtbildung an den Sträuchern verbleiben. Eigentlich ein Muss für jeden Exotengarten. Die Sträucher bevorzugen mullreiche, feuchte und neutrale bsi saure Böden an sonniger oder halbschattiger Stelle. Die Art ist bis Z 7 winterhart.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Heptacodium miconioides. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/heptacodium-miconioides.html am Tg.Mo.Jahr.

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