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Hyphaene coriacea
Gaertn.
  synonym: Chamaeriphes coriacea (Gaertn.) Kuntze
                 Hyphaene baronii Becc.
                 Hyphaene hildebrandtii Becc.
                 Hyphaene shatan Bojer
Ilala-Palme, Natal-Doumpalme, Arecaceae - Palmen
Sommerblüher, VI–VII, bis 1–7 m hoch, immergrün, mehrjährig

Hyphaene coriacea ist eine afrikanische Art, die ein sehr großes Verbreitungsgebiet von Natal bis in tropische Wälder hat und vielfältige Standorte besiedelt, bevorzugt jedoch an Stellen gedeiht, wo Grundwasser erreichbar ist. Mancherorts bildet sie dichte Bestände mit hohem Deckungsgrad und ist bestandsbildend für die sogenannten Ilala-Palmwälder. Sie formt gerne Horste durch Ausläufer oder wächst mit einem unverzweigten Solitärstamm, gelegentlich mit Verzweigungen. Der Stammdurchmesser beträgt 10–20 cm. Die Laubblätter sind fächerförmig, graugrün, fein eingeschnitten, costapalmat (Fortsetzung des Blattstiels in die Lamina), bis 180 cm lang, derb, mit zurück gebogener Rachis und 60–97 cm langem Blattstiel. Abaxial finden sich randständige, bis 1 cm lange, schwarzbraune, 3-eckige, zur Blattspitze gebogene Zähne auf den Blattstielkanten. Die Lamina ist bis 70 cm lang und 112 cm breit und besteht aus 39–55 Segmenten. Die Laubblätter formen eine dichte, terminale Krone aus 9–20 Blättern. Die Blütenstände sind intrafoliar. Männliche Blütenstände verzweigen bis 2. Ordnung und tragen Einzelblüten mit grüner Krone, 1–2 mm langem Blütenstiel und bis 2,8 cm langen Kronblättern. Weibliche Blütenstände verzweigen bis 1. Ordnung, sind 60–120 cm lang, nickend zur Fruchtbildung, tragen 17–19 cm lange Hochblätter und Einzelblüten mit bis 3,7 cm langen Kronblättern. Später bilden sich dunkelbraune, kahle, birnenförmige, 5–6 cm lange Früchte mit dünnem, essbarem Fruchtfleisch. Der Reifeprozess der Früchte ist mit 2–3 Jahren sehr lang. Die Samen benötigen vorheriges langes Einweichen. Die Keimdauer kann recht lange sein, bis zu 2 Jahre sind normal.


Abb. 1 Die 3-eckigen, schwarzen und zur Blattspitze gebogenen Zähne an den Blattstielen von Hyphaene coriacea, im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, 05.10.2008 Abb. 2 Fruchtende Pflanze der Hyphaene coriacea mit zahlreichen Einzelstämmen, im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 22.03.2005

Abb. 3 Schwarze, birnenförmige Früchte der Hyphaene coriacea mit noch anhängendem Fruchtstiel, Privatsammlung, 11.05.2005 Abb. 4 Untere Blattstiele der Hyphaene coriacea mit wolliger, gelbbrauner Behaarung, im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, 05.10.2008

Abb. 5 Jungpflanze der Hyphaene coriacea mit nur wenig zurück gebogenen Fächern; Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, 05.10.2008


Der Gattungsname Hyphaene Gaertn. stammt von gr. "hyphainein" (= weben), nach dem faserigen Mesokarp, welches zum Weben verwendet wird. Das Art-Epitheton coriacea stammt von lat. "coriaceus" (= ledern), nach der lederartigen Beschaffenheit der Früchte.

Insbesondere nicht tropische Herkünfte der Hyphaene coriacea sind für eine Kübelhaltung in Mitteleuropa geeignet. Diese sind kälteverträglich und wachsen auch in gemäßigten Klimaten gut. Die Überwinterung erfolgt im kühlen Gewächshaus oder Wintergarten. Fröste werden kaum vertragen, daher sollte die Pflanzen bei Spätfrösten eingeräumt werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. - Könemann Verlag, Köln, 409 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Hyphaene coriacea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/hyphaene-coriacea.html am Tg.Mo.Jahr.

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