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Lavatera thuringiaca L.
  synonym: Malva thuringiaca (L.) Vis.
Thüringer Strauchpappel, Thüringer Buschmalve, Malvaceae - Malvengewächse
Hochsommerblüher, VII–VIII, 50–125 cm, sommergrün, mehrjährig, kurzlebig

Die Thüringer Strauchpappel tritt in Thüringen und dem südlichen Sachsen-Anhalt zerstreut auf, ansonsten ist sie in Mitteleuropa selten oder fehlt ganz mit großen Lücken. Oft sind die Bestände auch unbeständig und verschwinden nach einiger Zeit wieder; insgesamt sind die Bestände rückläufig. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen auf Ruderalstandorten wie Schuttflächen, Salzwiesen oder Flussufern. Es sind sommergrüne Sträucher oder staudig wachsende Pflanzen mit einer Rübenwurzel und rasch verholzendem Stängel. Besonders in den oberen Teilen sind die Pflanzen von Sternhaaren bedeckt, teilweise filzig. Obere Stängelblätter sind bis 10 cm lang, 3–5-lappig und maximal bis zur Mitte geteilt. Untere Stängelblätter sind 5-eckig. Die Blüten sind 5–8 cm im Durchmesser und haben hellrosa, 2,5–4,5 cm lange Kronen mit dunkler Aderung. Die Außenkelche sind zu einer 3-spaltigen Hülle verwachsen und kürzer als die Kelche. Später bilden sich je Blüte etwa 20 Teilfrüchte, die kahl und am Rücken runzelig sind.

Manche Autoren stellen Lavatera thuringiaca in die Gattung Malva L.

Abb. 1 Weiß blühende Sorte der Lavatera thuringiaca mit dunklem Krongrund, in einem Privatgarten, 18.06.2003 Abb. 2 Rosa blühender Strauch der Lavatera thuringiaca in einem Privatgarten, 30.06.2002


Der Gattungsname Lavatera L. wurde zu Ehren von Johann Heinrich Lavater (1611–1691), einem schweizerischen Naturforscher, etabliert. Das Epitheton thuringiaca bezieht sich auf das Hauptverbreitungsgebiet in Thüringen.

Als hübscher Sommerblüher eignet sich die Thüringer Strauchpappel sehr gut. Es gibt zahlreiche Kultursorten mit unterschiedlichen Blütenfarben, von weiß bis bläulich. Ideal ist ein sonniger, nciht zu feuchter Standort auf nährstoffreichen, auch gerne sandigen, kalk- und basenhaltigen Böden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Lavatera thuringiaca. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lavatera-thuringiaca.html am Tg.Mo.Jahr.

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