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Leonurus cardiaca L.
Löwenschwanz, Echtes Herzgespann, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Frühlingblüher, III–X, 15–60(–100) cm hoch, (winter-) sommergrün, mehrjährig

Der Löwenschwanz tritt in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet auf, mit Schwerpunkt im Osten. Sein Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch, in Mitteleuropa ist die Art seit dem Mittelalter eingebürgert (Archäophyt), ebenso in Nordamerika. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an Ruderalstandorten, Wegesrändern, Mauern, Zäunen und Hecken.

Die Pflanzen wachsen aufrecht. Die Stängel sind unten kräftig, bis 1 cm im Durchmesser, 4-kantig gerillt, hohl, schwach behaart oder kahl, oft rotviolett gefärbt. Die Laubblätter sind gestielt, beidseits behaart, untere handförmig 3–7-spaltig, obere 3-lappig. Die Hochblätter werden nach oben hin kleiner. Die Blüten stehen in dichten und 7–13-blütigen Scheinquirlen (zwei gegenüberliegende Blütenstände bilden scheinbar einen Blütenstand, der wie ein Quirl = Wirtel aussieht), wie es typisch für viele Lamiaceae ist. Die Kronblätter sind rosafarben, 8–12 mm lang, zottig behaart und etwas länger als der Kelch. Die Kelche sind 5-nervig, fast kahl und bewimpert.


Abb. 1 Behaarte Blüten von Leonurus cardiaca in den Weinbergen bei Ihringen, Kaiserstuhl, 22.06.2019, 237 m, 48° 02' 53 N, 07° 38' 52 O Abb. 2 Blütenstände von Leonurus cardiaca in den Weinbergen bei Ihringen, Kaiserstuhl, 22.06.2019, 237 m, 48° 02' 53 N, 07° 38' 52 O

Abb. 3 Sprossachsen von Leonurus cardiaca in den Weinbergen bei Ihringen, Kaiserstuhl, 22.06.2019, 237 m, 48° 02' 53 N, 07° 38' 52 O Abb. 4 Blüten von Leonurus cardiaca in den Weinbergen bei Ihringen, Kaiserstuhl, 22.06.2019, 237 m, 48° 02' 53 N, 07° 38' 52 O


Der Gattungsname Leonurus L. stammt von gr. "leon" (= Löwe) und gr. "oura" (= Schwanz), zu "Löwenschwanz", nach den zottigen Blütenbüscheln die an eine Löwenschwanzquaste erinnern. Das Epitheton cardiaca leitet sich ab von gr. "kardia" (= Herz), nach der Verwendung als Heilmittel bei Herzleiden. Der deutsche Name Herzgespann bezieht sich ebenfalls seit dem Mittelalter auf die Verwendung als herzkräftigende Zubereitung.

Leonurus cardiaca wird nur selten als Gartenpflanze kultiviert, da ihm wie anderen Arten der Gattung wohl die Konnatation der Unkräuter anhaftet. Dabei können blühende Bestände durchaus attraktiv sein oder eine Ergänzung im naturnahen Garten darstellen. Eine flache Rhizomsperre und regelmäßige Ausläuferkontrolle bewahrt vor unerwünschter Ausbreitung.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S..
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Leonurus cardiaca. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/leonurus-cardiaca.html am Tg.Mo.Jahr.

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