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Lycopus virginicus L.
Virginia-Wolfstrapp, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Sommer- bis Herbstblüher, VII–IX, 20–100 cm hoch, mehrjährig, sommergrün

Der Virginia-Wolfstrapp stammt aus dem Osten Nordamerikas, wo die Pflanzen an feuchten Standorten der Wälder, entlang von Gewässern, feuchten Wegrändern, in Sümpfen oder Überflutungsgebieten wachsen. Die Pflanzen wachsen aufrecht, bilden unterirdische Ausläufer, riechen Pfefferminz ähnlich und schmecken bitter. Die Stängel sind behaart und kantig. Die Laubblätter sind dunkel grün, manchmal purpurfarben, gegenständig, eiförmig bis lanzettlich und deutlich gezähnt. Die weißen oder manchmal rosafarbig gefleckten Blüten stehen in dichten Scheinquirlen in den Blattachseln. Die Staubfäden sind kürzer als die Kronröhre. Auf den Blütenlippen finden sich kleine violette Punkte. Die Kelchzähne sind bis 2,5 mm lang, länger als die Kelchröhre und behaart. Die Pflanzen sind geruchslos.


Abb. 1 Unreifer Fruchstand des Lycopus virginicus als Scheinquirl. Wegesrand des Browns Hollow Trail, New Market, Virginia, 18.10.2019, 344 m, 38° 38' 16 N 78° 35' 37 W Abb. 2 Purpurfarbenes Exemplar des Lycopus virginicus am Ufer des Skidmore Lake, Virginia, 12.10.2019, 697 m, 38° 33' 58 N 79° 08' 51 W

Abb. 3 Fruchtstände und Laubblätter des Lycopus virginicus. Wegesrand des Browns Hollow Trail, New Market, Virginia, 18.10.2019, 344 m, 38° 38' 16 N 78° 35' 37 W


Etymologisch ist die Benennung der Art nicht eindeutig. Der Gattungsname Lycopus stammt, ähnlich dem der Gattung Lycopodium L. (= Bärlapp) von gr. "lycos" (= Wolf) und gr. "pous" (= Fuß), zu "Wolfsfuß", beziehungsweise "Wolfsfüßchen". Der deutsche als auch lateinische Name könnten sich auf die Morphologie der oberen Blätter beziehen, die einer Wolfsfalle ähneln, in der die Tiere sich mit den Pfoten verfangen, engl. trap (= Falle). Denkbar wäre auch ein Benennungsmotiv nach der therapeutischen Anwendung, da der Virginia-Wolfstrapp von den Indigenen zur Behandlung von Schilddrüsen-Erkrankungen eingesetzt wurde. Diese "Drüsenerkrankungen" wo auch L. virginicus zum Einsatz kam, wurden als "Wolfserkrankungen" bezeichnet: "Lupus Ozoena scrophulosa" (Fuchs 1840: 512). Lat. lupus (= Wolf), als Ausdruck der "zehrenden" Krankheitsprozesse. Eine derartige etymologische Aufschlüsselung erscheint wahrscheinlicher als das morphologische Motiv, wenn man das Verständnis von Krankheitsprozessen in vergangenen Zeiten berücksichtigt. Seine ursprüngliche Bedeutung als Heilpflanze hat L. virginicus jedoch mittlerweile verloren. Das Epitheton virginicus referiert auf den Naturstandort.

Lycopus virginicus ist nur selten in Kultur in Europa. Im Garten ist es eine einfach zu kultivierende Art, die einen feuchteren Standort bevorzugt.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Lycopus virginicus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lycopus-virginicus.html am Tg.Mo.Jahr.

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