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Magnolia campbellii Hook. f. & Thomson
  synonym: Yulania campbellii (Hook. f. & Thomson) D. L. Fu
                 Magnolia mollicomata W. W. Sm.
Sikkim-Magnolie, Magnoliaceae - Magnoliengewächse
Frühlingblüher, III–V, bis 30 m hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Sikkim-Magnolie ist ein sommergrüner Baum aus dem Himalaya (Nordost-Indien, Bhutan, China, Nepal und Myanmar), wo die Pflanzen in den Hartlaub-, Rhododendron- und Cryptomeria-Wäldern der Gebirge in Höhen von 2.000–3.500 m über Meereshöhe vorkommen. Die Bäume wachsen aufrecht, sind locker verzweigt und haben eine grau-braune Borke. Junge Zweige und Sprossachsen sind kahl, anfangs grün, später braun. Die Laubblätter sind 10–33 cm lang, 2,5–14 cm breit, länglich oval bis breit elliptisch oder verkehrt eiförmig, papierartig, oberseits grau-grün mit feinen weißen Haaren, unterseits dunkelgrün und kahl. Der Blattstiel ist 1–5 cm lang und behaart. Die Blütenstiele sind bis 2 cm lang, verdickt, kahl oder etwas behaart. Die Blüten erscheinen vor den Laubblättern, sind 15–35 cm im Durchmesser, leicht duftend und haben 12–16 weiße, dunkel rote oder violett farbene, verkehrt eiförmige bis löffelförmige, bis 14 cm lange Perigonblätter. Meist sind die inneren Perigonblätter breit oval oder fast rund, bis 10 cm lang, während die äußeren Perigonblätter zurück geschlagen sind. Schon während der Blühphase sind die schmal zylindrischen, bis 20 cm langen und 3 cm breiten Sammelbalgfrüchte, wie sie typisch für die Gattung Magnolia L. sind, gut erkennbar. Sie sind anfänglich rot-purpurfarben, gestreckt, später braun und nickend. Je Fruchtblatt finden sich 1–2 herzförmige Samen, die bis 1,2 cm lang sind. Zur Gattung Magnolia L.

Im Gartenbau existieren einige sehr dekorative Sorten:
- var. alba Tresder 'Sir Harold Hillier', mit weißen Blüten, die eine hellviolette Rosafärbung aufweisen. Sie stammt aus den Chyverton Gardens in Cornwall, England.
- 'Betty Jessel' mit dunkelroten, karmesinfarbenen bis violetten Blütenblättern, wobei die äußeren dunkler sind als die inneren. Natürliche Sorte.
- ×raffillii nom. inv. 'Charles Raffill', eine Kulturhybride campbellii × campbellii var. mollicomata (W. W. Sm.) Johnstone mit rosafarbenen Blüten.
- var. mollicomata 'Lanarth' ist eine Kultursorte mit relativ großen, unirosafarbenen Blüten.
- var. alba × M. cylindrica E. H. Wilson 'Leda' ist eine Kulturhybride mt reinweißen Blüten.


Abb. 1 Blüte der Magnolia campbellii 'Betty Jessel' mit dunkelroten bis violettfarbenen Perigonblättern, Botanischer Garten Köln, 14.03.2020 Abb. 2 Blüte der Magnolia campbellii 'Betty Jessel' mit aufreißendem Deckblatt, Botanischer Garten Köln, 14.03.2020

Abb. 3 Weiße Blüten der Magnolia campbellii 'Sir Harold Hillier' mit hell violettfarbener Tönung, im Botanischen Garten Köln, 14.03.2020 Abb. 4 Etwa 15 m hoher Baum der Magnolia campbellii mit weißen Blüten in den Cryptomeria-Wäldern bei Darjeeling, Nordost-Indien, 12.04.2004

Abb. 5 Blüten der Magnolia campbellii 'Charles Raffill' mit rosafarbenen Perigonblättern, Botanischer Garten Köln, 14.03.2020 Abb. 6 Rosafarbene Blüte der Magnolia campbellii 'Lanarth' im Botanischen Garten Köln, 14.03.2020

Abb. 7 Reine weiße Blüte der Magnolia campbellii-Hybride 'Leda' im Botanischen Garten Köln, 14.03.2020


Der Gattungsname Magnolia L. wurde zu Ehren des französischen Arztes und Botanikers Pierre Magnol (1638–1715) etabliert, der in der taxonomischen Forschung beispielsweise den Status der Familie einführte. Das Epitheton campbellii wurde zu Ehren von Archibald Campbell (1805–1874) etabliert, der von Darjeeling aus botanische Expeditionen in den Himalaya zusammen mit Joseph Dalton Hooker (1817–1911; Hook. f) unternahm.

Magnolia campbellii ist in Mitteleuropa sicher winterhart bis Z 8, an geschützten Standorten auch bis Z 7b. Ideal ist ein humoser, nicht zu trockener Boden. Es gibt zahlreiche Kultivare mit unterschiedlichen Blütenfarben. Da die Pflanzen früh blühend sind, sind die Knospen spätfrostgefährdet. Die Varietät M. campbellii var. mollicomata (W. W. Sm.) F. S. Ward soll nicht so stark durch Spätfröste gefährdet sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Magnolia campbellii. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/magnolia-campbellii.html am Tg.Mo.Jahr.

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