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Manfreda (Salisb.) Baker
   synonym: Subgenus Manfreda Salisb. von Agave L.
Manfreda, Agavaceae - Agavengewächse
Frühling-Sommerblüher, V–VIII, 10–80 (mit Blütenstand) cm hoch, (immer-)sommergrün, mehrjährig

Die Gattung Manfreda wurde bis Ende der 1990er Jahre als eigenständige Gattung gesehen, wird heute aber nach phylogenetischen Untersuchungen als Untergattung der Gattung Agave betrachtet. Man sieht die Manfredae als ökologische Anpassung an ein mehr humides Klima im Gegensatz zu anderen Agavae. Bei Manfreda dienen zudem im Gegensatz zur Gattung Agave nicht die Laubblätter als Speicherorgan, sondern das Rhizom. Daher sind die Pflanzen in Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen oft sommergrün und ziehen im Winter ein. Weiters sterben die Pflanzen oder Rosetten meist nicht nach der Blüte. Der Bestäubungsmechanismus ist durch die langen Blütenröhren an andere Pollinatoren angepasst.

Der Gattungsname Manfreda wurde zu Ehren von Manfredus de Monte Imperiali (14. Jahrhundert n. Chr.), dem Autor des "Liber de herbis et plantis", etabliert. 


Abb. 1 Manfreda maculosa mit den typischen tigerartig gesprenkelten Laubblättern, in einem für das Sukkulentenbeet, Privatgarten, 29.08.2010 Abb. 2 Deckblatt des "Liber de herbis et plantis" von Manfredus de Monte Imperiali aus dem 14. Jahrhundert n. Chr.

Abb. 3 Etwa 1-jährige Jungpflanze der Manfreda undulata ssp. glauca mit noch nicht gewelltem Blatt, 0,5L-Topf Abb. 4 Manfreda virginica im Key West Tropical Forest & Botanical Garden, 02.02.2009


Manfreda maculosa ist eine agavenartige kleinbleibende Wüstenpflanze mit sehr interessantem Blatt, welches tigerartig braun gesprenkelt ist. Eine skurrile Ergänzung für das Sukkulenten- oder Xerophytenbeet. Zieht im Winter ein, bisher erfolgreich bis –12 °C ohne Schutz getestet. Benötigt einen sehr gut drainierten Standort, eventuell mit winterlicher Abdeckung. Endgröße bis 10 cm mit 60 cm hoher pink-rosafarbener Blüte. Eine wirkliche Bereichung für den Garten. Eignet sich leider nur für milde Regionen an einem geschützten Standort. Eine Haltung im abgesenkten Kübel ist eventuell vorzuziehen.

Manfreda undulata (Klotzsch) Rose eignet sich für den Steingarten oder das Sukkulentenbeet in den milden Regionen an einem möglichst trockenen und heißen Standort. Im Winter zieht sie ein und treibt mit trockener Abdeckung im Frühjahr wieder aus. Will man ganz sicher gehen, können die Pflanzen im Kaltgewächshaus überwintert werden und kommen die Saison im versenkten Topf in das Sukkulentenbeet. Manfreda undulata hat ein Blattwerk von grauer Farbe mit sehr exotischen Blüten. Manfreda undulata  ssp. glauca ist eine farblich interessante Unterart von M. undulata mit blaugrünem Blatt. Die Blattränder sind kräftig gewellt, die Farbe fast blau. Im Winter wird das Blatt schlaff, ähnlich wie bei den Opuntien. Größe und Blüte, sowie die Kulturansprüche sind genau wie bei der Art.

Bei Manfreda variegata handelt es sich um eine agaven-ähnliche Wüstenpflanze mit fleischigen, gepunkteten Blätter, die bis –17 °C hart sein soll. Sie benötigt Sonne und eine gute Drainage. Als Knollenpflanze zieht sie im Winter ein und bildet im Laufe von Jahren flache bis 1 m große Matten. Die Winterhärte ist noch nicht ausreichend getestet, dürfte aber im hochdrainierten Beet eventuell für die milden Regionen reichen. Wenn Ihnen das zu unsicher ist, halten Sie diese exotische Pflanzen besser im Kübel.

Manfreda virginica (L.) Salisb. ex Rose besitzt bräunliche Flecken auf den Blättern und ist die härteste Vertreterin der Manfredae, die sich in einigen Gärten schon als winterhart bis Zone 7 herausgestellt hat. Wählen Sie einen sonnigen Standort mit gut drainiertem Boden. Gute Erfahrungen werden mit reinem Sand gemacht, wo das Wasser sofort abfließen kann.

Das sukkulente Blattwerk und die exotischen Blüten von allen Manfreda-Arten sind eine passende Ergänzung für den Yuccagarten oder das Steinbeet. Mit leichter Abdeckung bisher gut hart. Pflanzen Sie nur ältere Exemplare mit Ablegern aus, da diese gut zur Regeneration nach dem Zurückfrieren neigen. Ideal ist ein sonniger Platz, am besten in reinem Sand und vor einer beheizten Wand. Wenn Ihnen die Freilandkultur zu unsicher ist oder Sie in einer kälteren Region wohnen, sollte die Kübelkultur im abgesenkten Container vorgezogen werden. Im Kübel sind Manfredae unkomplizierte Exoten, bestens geeignet als Ersatz für Agaven, da sie weder Stacheln noch scharfe Ränder haben.

Referenzen
Thiede, J. 2001: Agavaceae. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 5–101.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Manfreda. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/manfreda.html am Tg.Mo.Jahr.

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