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Medicago minima (L.) Bartal.
  synonym: Medicago polymorpha var. minima L.
Zwerg-Schneckenklee, Fabaceae - Hülsenfruchtgewächse, Hülsenfrüchtler
Sommerblüher, V–VI, 10–30 cm hoch, sommergrün, einjährig

Der Zwerg-Schneckenklee tritt in Mitteleuropa selten bis zerstreut auf, mit Schwerpunkt im Rheintal, den kalkhaltigen Mittelgebirgen und nordöstlichen Sandgebieten. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch, in Nordamerika, Australien und Südafrika ist die Art eingebürgert. Bevorzugt besiedeln die Pflanzen lückige Rasen, Wegränder, Sandgruben und Mauerkronen, bevorzugt auf Kalk. Die Stängel sind niederliegend bis aufsteigend. Die Laubblätter sind 3-zählig, beidseits behaart mit eiförmigen bis elliptischen, an der Spitze gezähnten, ungefleckten Blättchen. Die Blütenstände sind 1–8-blütige Trauben mit gelben, 3,5–4,5 mm langen Einzelblüten. Die Hülsen sind 3–4 mm breit, schneckenförmig gerollt mit 3–5 Windungen, behaart und haben hakige Stacheln.


Abb. 1 Blütenkronen und behaarte Laubblätter der Medicago minima, Sandrasen im NSG Dulbaum an der A 5 bei Alsbach, Hessen, 19.06.2019, 94 m, 49° 44' 57 N, 08° 35' 21 O Abb. 2 Kriechende Sprossachse der Medicago minima, Sandrasen im NSG Dulbaum an der A 5 bei Alsbach, Hessen, 19.06.2019, 94 m, 49° 44' 57 N, 08° 35' 21 O

Abb. 3 Früchte der Medicago minima mit hakigen Stacheln, Sandrasen im NSG Dulbaum an der A 5 bei Alsbach, Hessen, 19.06.2019, 94 m, 49° 44' 57 N, 08° 35' 21 O


Der Gattungsname Medicago L. stammt von gr. "Medike" (= medisches Gras), dem Eigennamen für die als Viehfutter und Bienenwiede genutzte Art, die in Vorder- bis Mittelasien verbreitet war und mit den Perserkriegen nach Griechenland gelangte. Das Suffix "-ago" dient dabei als Abgrenzung zum ähnlichen, vorlinnäisch als Medica lunata bezeichneten Sichelklee, heute Medicago falcata. Das Epitheton minima geht zurück auf lat. "minimus" (= der Kleinste), nach dem Habitus der Art im Vergleich zu den größeren Arten der Gattung.

Medicago minima ist eine dekorative Art für sonnige und trockene Stellen im Alpinum oder dem Steingarten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Medicago minima. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/medicago-minima.html am Tg.Mo.Jahr.

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