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Mentha ×villosa Huds.
Hainminze, Zottige Minze, Apfel-Minze, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Sommerblüher, VI–IX, 30–90 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Hainminze tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf, mit einem Verbreitungsschwerpunkt in NRW. Da sie als Hybride der Grünen Minze, Mentha spicata L., und der Rundblättrigen Minze, M. suavolens Ehrh., gesehen wird und eine sehr variable Sippe darstellt, die oft kaum von den Elternteilen zu unterscheiden ist, sind die Angaben zu den Fundorten nur bedingt sicher. Die Sippe ist steril. Manche Autoren stellen M. ×villosa wegen der schwierigen Abgrenzung in den Aggregatkomplex M. ×rotundifolia Agg. Typische Standorte sind ausdauernde Krautfluren, entlang von Wegen, Gräben, Flussufern oder auf Flutrasen.

Die Pflanzen können durch unter- und oderirdische Ausläufer große Kolonien bilden. Sie sind kräftig, mit runzeligen, mehr oder weniger stumpf gezähnten Blättern, fast kahl bis flaumig behaart, lanzettlich bis eiförmig oder fast rund. Die Blüten stehen in Scheinähren, sind weiß bis rosa. Wie andere Arten der Gattung Mentha L. riecht auch M. ×villosa sehr angenehm. Manche Pflanzenfreunde wagen sogar eine Diagnose der Art anhand des Geruches.


Abb. 1 Weich flaumig behaarte Blätter der Mentha ×villosa, an einem Waldweg im Oberfeldbachtal, Remscheid, 10.06.2017, 283 m, 51° 10' 47 N, 07° 18' 03 O Abb. 2 Runzelige Blätter der Mentha ×villosa, Düsselerhöhe bei Wuppertal, 01.09.2012, 195 m, 51° 16' 11 N, 07° 04' 52 O

Abb. 3 Blühender Bestand der Mentha ×villosa an einem feuchten Straßenrand in den Weinbergen bei Ihringen, Kaiserstuhl, 18.09.2021, 237 m, 48° 03' 10 N, 07° 38' 40 O Abb. 4 Scheinähre der Mentha ×villosa, Straßenrand in den Weinbergen bei Ihringen, Kaiserstuhl, 18.09.2021, 237 m, 48° 03' 10 N, 07° 38' 40 O

Abb. 5 Sprossachse der Mentha ×villosa mit gegenständigen, grob gesägten Blättern, Bachrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 83 m, 50° 58' 14 N, 06° 38' 52 O Abb. 6 Weich behaarter Stängel von Mentha ×villosa, Bachrand im Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 83 m, 50° 58' 14 N, 06° 38' 52 O


Die Abgrenzung der Mentha ×villosa von den anderen drei Arten der Gattung ist teilweise sehr schwierig. Besonders die putativen Elternteile, M. spicata und M. suavolens sind oft nicht abzugrenzen. Bei M. spicata sind die Blätter kaum bis gar nicht runzelig und länglich eiförmig, bei M. suavolens sind sie rund eiförmig und kräftig runzelig.

Der Gattungsname Mentha L. stammt von gr. "minthe" und später lat. "mentha", womit mehrere Gattungen gemeint waren, neben Mentha auch Nepeta L. und Calamintha Mill. Das Epitheton villosa ist die weibliche Form von lat. "villosus" (= zottig, rauh) und bezieht sich auf die behaarten Pflanzenteile.

Mentha ×villosa sind attraktive Pflanzen für feuchtere Stellen im Garten. Es gibt mehrere Sorten im Handel, die alle dekorativ und als Aromapflanze geeignet sind. Die lange Blühdauer im Sommer ist ein weiterer Grund, Mentha ×villosa auch in den Exotengarten zu integrieren.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Mentha ×villosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/mentha-villosa.html am Tg.Mo.Jahr.

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