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Muscari armeniacum Baker
  synonym: Muscari colchicum Grossh.
Armenische Traubenhyazinthe, Balkan-Träubel, Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, III–V, 10–40 cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Die Armenische Traubenhyazinthe stammt ursprünglich aus dem osteuropäisch-westasiatischen Raum, wo die Pflanzen auf Felsrasen, in Strauchgesellschaften und an Waldrändern auf 700–2.400 m über Meereshöhe wachsen. In Mitteleuropa wird die Art seit 1877 kultiviert und gilt als eingebürgert. Sie tritt selten bis zerstreut auf, mit großen Lücken und siedelt bevorzugt in Weinbergen, siedlungsnahen Ruderalflächen, Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen. Die Stängel sind rundlich, ohne Laubblätter mit endständigen Blütentrauben. Es gibt 2–7 grundständige Laubblätter, linealisch, 10–25 cm lang, 0,2–1 cm breit, oberseits meist blaugrün, glänzend, schlaff und meist liegend, länger als der Blütenstand. Oft sind die Laubblätter während der Blütezeit oben braun oder abgefroren, da sie schon im Herbst erscheinen. Der Blütenstand ist 2,5–7,5 cm lang und dichtblütig, später zur Fruchtzeit lockerblütiger und trägt zahlreiche leuchtend azurblaue, duftende, verkehrt eiförmige fertile Blüten, deren Perigonröhre (Perigon deshalb, weil sich Kelch- und Kronblätter nicht unterscheiden lassen) an der Spitze verengt ist und einen Saum aus weißlichen Zipfeln trägt. Am Ende des Blütenstandes stehen < 20 hellere und kleinere sterile Blüten. Nach dem Verblühen dunkeln die Blüten typischerweise deutlich nach. Zum Sommer hin ziehen die Pflanzen ein.


Abb. 1 Etwas lockerblütiger Blütenstand des Muscari armeniacum bei beginnender Fruchtphase, an einem Gartenzaun in Stirpe, Westfalen, 22.04.2017, 90 m, 51° 37' 27 N, 08° 18' 42 O Abb. 2  Dichtblütiger Blütenstand von Muscari armeniacum zu Beginn der Blühphase, auf der Insel Hombroich, Neuss, 20.03.2021

Abb. 3 Die Laubblätter von Muscari armeniacum sind on der Blütphase oben oft braun oder abgefroren, da sie schon im Herbst erscheinen, Privatgarten, 04.04.2021 Abb. 4 Blütenstände von Muscari armeniacum mit den oberen, kleineren, helleren sterilen Blüten. Privatgarten, 04.04.2021

Abb. 5 Die Laubblätter von Muscari armeniacum sind länger als die Stängel und meist liegend, Insel Hombroich, Neuss, 20.03.2021 Abb. 6 Blütenstände von Muscari armeniacum mit den oberen, helleren sterilen Blüten. Gartenzaun in Stirpe, Westfalen, 22.04.2017, 90 m, 51° 37' 27 N, 08° 18' 42 O


Die Ableitung des Gattungsnamens Muscari Mill. ist nicht vollständig geklärt; er stammt wahrscheinlich von spätlat. "muscatus" (= moschusartig riechend), nach den duftenden Blüten mancher Arten. Das Epitheton armeniacum leitet sich ab von gr. "Armenia" (= Armenien), nach dem Verbreitungsgebiet.

Die Armenische Traubenhyazinthe ist als zeitiger Frühlingblüher beliebt. Die Pflanzen benötigen einen Standort ohne Staunässe, idealerweise auf lockeren Böden, sind aber ansonsten genügsam. Im Gartenhandel sind zahlreiche Sorten zu erwerben, mit unterschiedlichen Blühfarben, -zeitpunkten und verzweigendem Blütenstand.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Muscari armeniacum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/muscari-armeniacum.html am Tg.Mo.Jahr.

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