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Ophiopogon intermedius D. Don
  synonym: Ophiopogon wallichianus (Kunth) Hook. f.
Wallichs Schlangenbart, Asparagaceae - Spargelgewächse
Sommerblüher, V–VIII, 15–70 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Wallichs Schlangenbart stammt aus Ostasien, wo die Art in einem relativ großen Verbreitungsgebiet von Indien bis Vietnam und China vorkommt. Bevorzugt besiedeln die Pflanzen immergrüne Hartlaub-Wälder, Bambusforste, Strauchgesellschaften, Ufer von Bächen oder offene Wiesen auf Höhen von 700–3.000 m über NN.

Die Pflanzen bilden kurze, dicke Rhizome mit fleischigen oder steifen Wurzeln und Speicherknollen nahe der Wurzelspitzen. Die Laubblätter sind sitzend, grasähnlich und stehen buschartig, sind 15–70 cm lang, 3–15 mm breit, 5–9-nervig und randständig fein gesägt. Der Blütenstand ist eine reduzierte, 2,5–16 cm lange, vielblütige Rispe mit 15–50 cm langem, etwas abgeflachtem und schmal geflügeltem Blütenstandsstiel. Die Einzelblüten stehen in Büscheln zu 1–3, haben einen 4–7 mm langen Stiel und weiße oder violette, längliche oder ovale, bis 7 mm lange Perigonblätter. Zum Herbst hin bilden sich elliptische Früchte.


Abb. 1 Pflanze des Ophiopogon intermedius mit den buschigen, grasähnlichen Laubblättern, Privatgarten, 24.07.2021 Abb. 2 Violette Blüte des Ophiopogon intermedius in einem Privatgarten, 24.07.2021


Der Gattungsname Ophiopogon Ker Gawl. leitet sich ab von gr. "ophis" (= Schlange) und gr. "pogon" (= Bart), gleichwohl ist das Benennungsmotiv nicht eindeutig. Möglich wäre eine Lehnübersetzung von jap. "ryu no hige" (= Drachenbart) in Bezug auf die Morphologie der Perigone oder eine Referenz auf die schlangenähnlichen, manchmal gewundenen Laubblätter. Das Art-Epitheton intermedius stammt von lat. "inter" (= zwischen) und lat. "medius" (= der mittlere), für Arten, die morphologisch zwischen 2 oder mehreren anderen stehen, hier für die sehr variable Art, die aufgrund ihres weiten Verbreitungsareals Ähnlichkeiten mit mehreren anderen Ophiopogon-Arten aufweist.

In Mitteleuropa ist Wallichs Schlangenbart ausreichend winterhart bis Z 7a. Er harmonisiert mit japanischem Design, Bambus, Palmen und Steindesign. Hübsch sind die violetten Blüten mancher Sorten. Ideal ist ein schattiger bis halbschattiger, nicht zu trockener Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Ophiopogon intermedius. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ophiopogon-intermedius.html am Tg.Mo.Jahr.

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