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Pachyphragma macrophyllum N. Busch
  synonym: Gagria lobata M. Král
                 Pterolobium biebersteinii Andrz. ex C. A. Mey.
                 Pterolobium macrophyllum Rupr.
                 Thlaspi latifolium M. Bieb.
                 Thlaspi macrophyllum Hoffm.
Großblättriges Schaumkraut, Brassicaceae - Kreuzblütker, Kreuzblütengewächse
Vorfrühlingblüher, II–IV, 20–30 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Großblättrige Schaumkraut stammt aus feuchten Laubschmischwäldern Kleinasiens bis zum Kaukasus. Es sind ausdauernde, immergrüne, niedrig wachsende Pflanzen, die ein Rhizom bilden, aus dem im Laufe der Zeit größere Kolonien entstehen können. Die Stängel sind kahl und etwas kantig. Die Laubblätter bilden mehr oder weniger eine basale Laubblattrosette, sie sind eiförmig bis rund oder herzförmig, gebuchtet, grün, gestielt und am Stängel wechselständig. Die Blütenstände sind aufsteigende bis aufrechte, einfache Trauben mit zahlreichen weißen, 4-zähligen, genagelten Einzelblüten. Die Kelchblätter sind grün-weiß und länglich oval. Die Staubgefäße sind ohne Anhängsel. Später bilden sich flache, septierte Früchte, die lange oberhalb der Blätter persistieren.

Pachyphragma macrophyllum ist der einzige Vertreter der Gattung und unterscheidet sich von Arten der Gattung Thlaspi L. durch den rhizomatösen Charakter und die dickeren Septen (Scheidewände) der Früchte.


Abb. 1 Schirmförmige Trauben des Pachyphragma macrophyllum im zeitigen Frühjahr, Privatgarten, 12.03.2019 Abb. 2 Weiße, 4-zählige Blüte von Pachyphragma macrophyllum im zeitigen Frühjahr, Privatgarten, 17.03.2019

Abb. 3 Die Blüten von Pachyphragma macrophyllum sind deutlich gestielt und haben grün-weiße, länglich ovale Kelchblätter, Privatgarten, 17.03.2019 Abb. 4 Im zeitigen Frühjahr blühendes Pachyphragma macrophyllum mit neuen und Vorjahresblättern, Privatgarten, 12.03.2019


Die Ableitung des Gattungsnamens Pachyphragma Richb. stammt von gr. "pachys" (= dick) und gr. "phragma" (= Zaun, Scheidewand), nach den relativ dicken Scheidewänden der Früchte. Das Epitheton macrophyllum stammt von gr. "makros" (= groß) und gr. "phyllon" (= Blatt), nach den relativ großen Laubblättern im Vergleich zur Gattung Thlaspi, unter der die Art früher eingeordent war.

Mit dem Großblättrigen Schaumkrautist bekommt der Garten einen echten Vorfrühlingblüher, der schon ab Februar erstes Blütenlicht präsentiert, je nach Witterung gelegentlich auch schon im Januar. Meist bilden sich immer wieder neue Blüten bis in Mai hinein, gelegentlich sogar sporadisch im Sommer. Die Pflanzen sind immergrün und dekorieren auch im Winter den Gehölzgarten, die mediterrane Pflanzung oder das Alpinum. Zwar stammt die Art aus feuchten Flusstälern, dennoch toleriert sie sowohl lichten Schatten als auch sonnige Standorte. Etablierte Pflanzen überstehen sogar längere Trockenphasen klaglos. Wenn sich die Pflanzen wohlfühlen, breiten sie sich langsam über das Rhizom aus und bilden einen hübschen Blütenteppich im Laufe der Jahre. Kurzum: ein dekorativer Frühjahrblüher, der anpassungsfähig ist, auf unterschiedlichen Böden gedeiht und von lichtem Schatten bis in voller Sonne stehen kann.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2019: Pachyphragma macrophyllum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/pachyphragma-macrophyllum.html am Tg.Mo.Jahr.

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