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Petasites frigidus (L.) Fr.
  synonym: Nardosmia angulosa Cass.
                 Nardosmia frigida (L.) Hook.
                 Tussilago frigida L.
Arktische Pestwurz, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Frühlingblüher, III–V, sommergrün, 10–120 cm hoch

Die Arktische Pestwurz stammt aus dem Norden Amerikas, Asiens und Europas, wo die Pflanzen bevorzugt in Sümpfen, Mooren und Feuchtgebieten wachsen. Die Pflanzen bilden ein reich verzweigtes, kriechendes, teilweise unterirdisches Rhizom. Die Laubblätter sind vielgestaltig, zumeist nierenförmig, aber auch rundlich, herzförmig, oval oder 3-eckig, mehr oder weniger tief gelappt, ganzrandig, gezähnt oder gewellt, beidseits behaart oder oberseits kahl. Die Blütenstände sind traubig und tragen 2–60 weiße Blütenkörbchen. Später bilden sich Früchte mit haarartigen Fortsatz am Samen (= Pappus).

Die Vielgestaltigkeit bewirkt, dass zahlreiche infraspezifische Taxa etabliert wurden, beispielsweise var. palmatus (Aiton) Cronquist oder var. sagittatus (Pursh) Cherniawsky & R. J. Bayer, deren Wertigkeit fraglich ist.


Abb. 1 Tief gelapptes, palmates Laubblatt des Petasites frigidus mit gezähntem Rand, Privatgarten, 06.04.2020 Abb. 2 Ein 2-fach gelapptes, palmates Laubblatt des Petasites frigidus in einem Privatgarten, 06.04.2020


Der Gattungsname Petasites stammt von Dioskurides gr. "petasos" (= breitkrempiger Hut), als Symbol von Pflanzenarten mit breiten, schirmförmigen Laubblättern. Nach Pluteus wäre eine weitere etymologische Erklärung der Bezug auf den Hut der Fruchtkörper. Das Artepitheton frigidus stammt von lat. "frigidus" (= kalt), nach dem Standort in kalten Regionen.

Einige Sorten von Petasites frigidus haben tief gelappte, exotisch wirkende Laubblätter und eignen sich daher hervorragend für tropisches Design. Feuchte und schattige Stellen sind gute Standorte für P. frigidus, beispielsweise an Teichen oder Bachläufen. Die frühe Blüte ist sicherlich ein dekoratives Element und kann in der Unterwuchsgestaltung exotisch wirken. Pflanzen die sich wohl fühlen breiten sich über das Rhizom aus. Ist eine Ausbreitung nicht gewünscht, sollte man eine Rhizomsperre einbringen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Petasites frigidus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/petasites-frigidus.html am Tg.Mo.Jahr.

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