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Phillyrea angustifolia L.
Schmalblättrige Steinlinde, Oleaceae - Ölbaumgewächse
Frühlingblüher, III–V, 1–2,5 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Schmalblättrige Steinlinde stammt aus dem westlichen und zentralen Mittelmeergebiet, wo die Pflanzen in lichten Wäldern und den Strauchgesellschaften der Macchien wachsen. Es sind immergrüne Sträucher, die reich verzweigen. Junge Zweige sind behaart, später kahl. Die Laubblätter sind schmal lanzettlich, meist ganzrandig, selten fein gesägt, bis 8 cm lang und bis 1,5 cm breit, oliv-grün bis silbrig-grün, mit 4–6 Paaren in spitzem Winkel zur Mittelrippe stehenden Seitennerven. Die Blüten sind grünlich-weiß, 4-zählig, stehen in wenigblütigen achselständigen Trauben und haben bis 2 mm lange Kronen. Die Kelche sind dick, bräunlich und mit 4 rundlichen Zipfeln. Später bilden sich kugelige, bis 8 mm große, anfänglich grüngelbe, dann rote, später blauschwarze Steinfrüchte mit persistierendem Griffel.

Von Phillyrea angustifolia sind über 30 infraspezifische Taxa beschrieben, von denen lediglich die ssp. media (L.) Bonnier & Layens (= Phillyrea media L., Phillyrea latifolia ssp. media (L.) P. Fourn.) erwähnenswert ist. Diese steht zwischen P. angustifolia und P. latifolia und wird gemeinhin letzter Art zugeordnet.


Abb. 1 Schmal-lanzettliche Laubblätter und einzelne schwarze Früchte der Phillyrea angustifolia in der Macchie bei La Vall, Pyrenäen, Südfrankreich, 03.10.2005, 666 m, 42° 30' 04 N, 03° 01' 43 O Abb. 2 An einer Dünenabbruchkante freigelegtes Wurzelwerk der Phillyrea angustifolia in den Dünen bei Can Picafort, Mallorca, 05.10.2007, 6 m, 39° 45' 19 N, 03° 10' 38 O

Abb. 3 Strauch der Phillyrea angustifolia in einem lichten Kieferwald, nahe Arta, Mallorca, 29.09.2007, 135 m, 39° 40' 10 N, 03° 23' 45 O Abb. 4 Laubblätter und Früchte von Phillyrea angustifolia in der Serra da Arrabida bei Portinho da Arrabida, Westportugal, 19.10.2009, 297 m, 38° 28' 43 N, 08° 59' 31 W


Der Gattungsname Phillyrea L. stammt von gr. "philyrea" (= beerentragender Strauch mit ligusterartigen Laubblättern) und existierte schon bei Theophrastos. Ein Benennungsmotiv bleibt unklar Das Epitheton angustifolia leitet sich ab von lat. "angustus" (= schmal) und lat. "-folius" (= blättrig), schmalblättrig, nach der Blattform.

Von der Schmalblättrigen Steinlinde gibt es mehrere Berichte erfolgreichen langfristigen Anbaus im mitteleuropäischen Freiland ohne Schutz. Ideal ist ein warmer, windgeschützter und sonniger bis halbschattiger Standort. Die Ansprüche an den Boden sind gering. Die Winterhärte dürfte knapp bis Z 7b reichen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Phillyrea angustifolia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/phillyrea-angustifolia.html am Tg.Mo.Jahr.

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