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Polygala comosa Schkuhr
Schopfiges Kreuzblümchen, Polygalaceae - Kreuzblumengewächse
Ende Vollfrühling-, Sommerblüher, V–VIII, 05–30 cm hoch, sommergrün, ein-, zweijährig, kurzlebig

Das Schopfige Kreuzblümchen triit in Mitteleuropa verbreitet bis selten auf, mit Schwerpunkt in den Mittelgebirgen, Richtung Norden wird es selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westsibirisch. Bevorzugt siedeln die Pflanzen in Halbtrocken- und Trockenrasen und Wiesen, gerne auf Kalk.

Die Pflanzen bilden eine Pfahlwurzel mit Erneuerungsknospen am Wurzelhals (=Pleiokormstaude). Der Stängel ist aufsteigend und am Grund verzweigt. Es findet sich keine Grundrosette. Die Blätter sind wechelständig, zur Spitze hin kleiner werdend, lineal-lanzettlich bis schmal-spatelförmig. Es finden sich bewimperte Tragblätter, die 2–3-mal länger als die Blütenstiele sind. Der Blütenstand ist 15–50-blütig und besteht aus lila-farbenen, selten blauen oder weißen Blüten. Die Flügel sind bis 7,5 mm lang und bis 4,5 mm breit, mit undeutlichem Nervennetz. Später bilden sich 5 mm lange Fruchtkapseln.

Polygala comosa ist eine formenreiche Art mit morphologisch unterschiedlichen Anpassungen an die Standorte. Es sind meist kurzlebige Pflanzen.


Abb. 1 Blüten der Polygala comosa, Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 264 m, 50° 42' 27 N, 06° 11' 32 O Abb. 2 Polygala comosa, Steinbruch Hahn in Aachen-Hahn, 01.08.2015, 264 m, 50° 42' 27 N, 06° 11' 32 O

Abb. 3 Blütenstand der Polygala comosa im Halbtrockenrasen im Naturschutzgebiet Totengrien bei Istein, 10.08.2016, 237 m, 47° 39' 16 N, 07° 32' 09 O Abb. 4 Einzelblüte der Polygala comosa mit ausgefranstem Anhängsel des Schiffchens. Halbtrockenrasen im Naturschutzgebiet Totengrien bei Istein, 10.08.2016, 237 m, 47° 39' 16 N, 07° 32' 09 O


Der Gattungsname Polygala L. stammt von gr. "poly" (= viel) und "gala" (= Milch) und ist wahrscheinlich eine Anspielung auf das grünlichweiße Perigon der P. vulgaris L. ssp. oxyptera (Rchb.) Lange. Das Artepitheon comosa stammt von lat. "comosus" (= stark behaart) und beschreibt den Blütenstand, der im Knospenstadium schopfartig wirkt. Das rührt daher, weil die Deckblätter die Knospen überragen.

Das Schopfige Kreuzblümchen ist ein hübscher Frühling- bis Sommerblüher. Die Pflanzen benötigen einen hellen, sonnigen Standort im Alpinum oder Steingarten, am besten kalkhaltig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Polygala comosa. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/polygala-comosa.html am Tg.Mo.Jahr.

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