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Polygonatum tessellatum F. T. Wang & Tang
Mosaiksiegel, Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, IV–V, 50–80 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Mosaiksiegel stammt aus Ostasien (China, Myanmar und Thailand), wo die Pflanzen in der Krautschicht lichter Laubwälder und an schattigen Felsstandorten in Höhen von 1.600–2.200 m über NN wachsen. Die Pflanzen sind sommergrün und haben ein fleischiges, etwa 1,5 cm dickes, sich verzweigendes Rhizom, aus dem aufrechte bis bogig überhängende, kahle und 50–80 cm hohe Stängel entspringen. Die Blätter stehen in Quirlen zu 3–5, gelegentlich gegenständig, sind sitzend, länglich-lanzettlich bis lanzettlich, kahl, 7–12 cm lang und 1,5–2,5 cm breit, ledrig, unterseits mit 3 markanten, länglichen Nerven. Die Blüten stehen zu 1–3 in Büscheln, haben einen mehr oder weniger kurzen Blütenstandsstiel, 1,5–3,5 cm lange Blütenstiele, sind hängend, blass-gelb, zu einer 10–12 mm langen, zylindrischen Röhre verwachsen mit 2,5 mm langen Lappen. Später bilden sich etwa 8 mm große, kugelige, anfangs grüne, später rote oder orangefarbene Beeren mit jeweils 9–12 Samen. Zur Fruchtreife sind die Fruchtstiele aufsteigend.


Abb. 1 Die Blüten des Polygonatum tessellatum stehen zu 1–3 an jeweils 1 Blütenstandsstiel, Privatgarten, 08.05.2018 Abb. 2 Knospe und frisch austreibende Laubblätter des Polygonatum tessellatum im Frühling, Privatgarten, 18.04.2018

Abb. 3 Blass-gelbe Blüten und braun-schwarz gefleckter Stängel des Polygonatum tessellatum, Privatgarten, 08.05.2018 Abb. 4 Austreibender Stängel des Polygonatum tessellatum mit basalem Stängelhüllblatt, welches rasch hinfällig ist. Privatgarten, 18.04.2018


Der Gattungsname Polygonatum Mill. leitet sich ab von gr. "poly" (= viel) und gr. "gony" (= Knie), beziehungsweise Genitiv zu "polygonatos" für die vielknotigen, winkeligen Rhizome. Auf die Narben, die die Sprossachsen am Rhizom hinterlassen, bezieht sich der deutsche Name Salomonsiegel. Das Art-Epitheton tessellatum stammt von lat. "tessella" (= Würfel, Mosaikstein), zu "mosaikartig", nach der Musterung der Früchte oder der Stängel?

Mit dem Mosaiksiegel gibt nur wenige Erfahrungen im mitteleuropäischen Freiland. Ideal erscheint ein leicht feuchter, humoser und tiefgründiger Boden. In kalten Wintern wäre eventuell Abdecken mit Mull ratsam.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Polygonatum tessellatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/polygonatum-tessellatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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