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Polygonatum verticillatum (L.) All.
  synonym: Convallaria verticillata L.
                 Polygonatum erythrocarpum Hua
                 Polygonatum kansuense Maxim. ex Batalin
                 Polygonatum minutiflorum H. Lév.
Quirl-Weißwurz, Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, IV–VI, 15–45 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Quirl-Weißwurz tritt in Mitteleuropa verbeitet im Bergland auf, ansonsten ist sie selten oder fehlt ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-westasiatisch. Bevorzugt werden kalkfreie Mischwälder und Hochstaudenfluren besiedelt.

Es sind krautige Pflanzen mit einem fleischigen, zylindrischen, sich verzweigenden Rhizom, auf dem aufrechte und runde Stängel sitzen. Die Blätter stehen in Quirlen zu 3–8, sind schmal lanzettlich, spitz, 5–15 cm lang, hellgrün, kahl und unterseits blaugrün. Die Blüten sind achselständig in 2–7-zähligen Trauben, haben zylindrisch verwachsene, weiße Perigone mit grüner Spitze, sind 7–10 mm lang und etwa 3 mm im Durchmesser. Später bilden sich erst rote, dann zur Reife schwarze, mehr roder weniger kugelige Beerenfrüchte.


Abb. 1 Blühende Sprossachsen des Polygonatum verticillatum in einem Gehölzstreifen oberhalb von Bayrischzell, Bayerische Alpen, 16.05.2016, 854 m, 47° 40' 41 N 12° 02' 48 O Abb. 2 Achselständige Blüten von Polygonatum verticillatum an einem Waldweg unterhalb von Eicherscheid, Eifel, 28.05.2012, 433 m, 50° 33' 52 N, 06° 18' 13 O

Abb. 3 Individuenreicher Bestand des Polygonatum verticillatum an einem Waldweg unterhalb von Eicherscheid, Eifel, 28.05.2012, 433 m, 50° 33' 52 N, 06° 18' 13 O Abb. 4  Noch unreife, rote Früchte von Polygonatum verticillatum in einem Laubmischwald oberhalb von Garmisch-Partenkirchen, 27.09.2020, 840 m, 47° 28' 45 N, 11° 07' 36 O


Der Gattungsname Polygonatum Mill. leitet sich ab von gr. "poly" (= viel) und gr. "gony" (= Knie), beziehungsweise Genitiv zu "polygonatos" für die vielknotigen, winkeligen Rhizome. Auf die Narben, die die Sprossachsen am Rhizom hinterlassen, bezieht sich der deutsche Name Salomonsiegel. Das Epitheton verticillatum stammt von lat. "verticillus" (= Wirtel an der Spindel), zu "verticillatus" (= quirlblättrig), nach den quirlständigen Laubblättern.

Die Quirl-Weißwurz ist eine ideale Gartenstaude für den lichten Schatten bis Halbschatten. In der Gehölzpflanzung fühlt sie sich wohl. Der Boden sollte mullreich, humos und kalkfrei sein.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Polygonatum verticillatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/polygonatum-verticillatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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