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Selaginella pallescens (C. Presl) Spring
synonym:
  Lycopodium cuspidatum Link
  Lycopodium pallescens C. Presl
  Selaginella cuspidata (Link) Link
  Selaginella emmeliana Van Geert
  Selaginella sulcangula Spring
Süßer Moosfarn, Süßer Zwergbärlapp, Selaginellaceae - Moosfarngewächse
bis 15 cm hoch, bis 20 cm breit, (halb-)immergrün, mehrjährig

Der Nördliche Moosfarn stammt aus Mexiko bis Südamerika, wo die Pflanzen in feuchten, tropischen Bergwäldern wachsen.

Die Stämmchen wachsen mehr oder weniger aufrecht, stehen dicht büschelig, sind vom Grund an verzweigt. Die Fiedern sind rautenförmig und verzweigen sich reichlich auf ganzer Länge. Typischerweise finden sich auf ganzer Länge Rhizophore (modifizierte Sprosse, die oberiridischen Wurzeln entsprechen), die auf der unteren Seite achselständig an Stämmen und Zweigen entspringen. Die Laubblätter sind gelbgrün mit weißlichen Rändern, spitz zulaufend, 1–2 mm lang, aufrecht bis aufsteigend, schräg eiförmig, mehr oder weniger bewimpert.

Anders als Farne bilden sich bei Moosfarnen keine Sporangien, sondern Strobili (= Zapfen, ähnlich den Koniferen). Zapfen sind Blüten(-stände) mit verlängerter, verholzender Achse und verholzenden Tragblättern. Bei Selaginella pallescens stehen die Zapfen einzeln terminal, sind 4-eckig und 6–12 mm lang.


Abb. 1 Zweige der Selaginella pallescens, Topfpflanze in einem Privatgarten in Wipperfürth, 29.04.2024


Der Gattungsname Selaginella P. Beauv. stammt von lat. "selago", einer dem Sadebaum, Juniperus sabina L., ähnlichen Sippe in Bezug auf die schuppenförmig anliegenden Laubblätter. Das Benennungsmotiv bleibt ungeklärt. Mit dem Diminutiv -ella wird angedeutet, dass es sich um kleinere Pflanzen als beim ähnlichen Tannenbärlapp, Selago L., handelt. Im Deutschen wird die Gattung neben Moosfarn auch Zwergbärlapp genannt. Das Epitheton pallescens stammt von lat. "pallere" (= blaß), zu lat. "pallescens" (= erblassend, gelb werdend), nach der Verfärbung der Pflanze im Herbst.

Von Selaginella pallescens gibt es nur wenige Berichte über Freilandversuche in Mitteleuropa. Überwiegend wird die Art als Terrarienpflanze kultiviert. Amerikanische Gärtner ordnen sie Z 6 zu, was wahrscheinlich zu optimistisch ist. Der Standort kann halbschattig bis licht schattig sein, feucht, idealerweise auf Kalkstein. Schattiges Felsdesign, Alpinum oder Steingarten wären stilistisch passende Plätze im Exotengarten. Wem das zu riskant ist, kann die Pflanzen frostfrei im kühlen Gewächshaus bei hoher Luftfeuchte überwintern.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Wagenitz, G. 2003: Wörterbuch der Botanik. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, 552 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2024: Selaginella pallescens. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/selaginella-pallescens.html am Tg.Mo.Jahr.