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Trachycarpus princeps Gibbons, Spanner & Chen
Steintor-Hanfpalme, Arecaceae - Palmen
Frühlingblüher, III–VII, bis 10 m hoch, immergrün, mehrjährig

Beim Trachycarpus princeps handelt es sich um eine Hanfpalme, die ganz im Süden Chinas beheimtat ist, in Yunnan. Dort wächst sie an steilen Kalksteinklippen im Tal des Salween Flusses auf 1.500–1.900 m über Meereshöhe. Sie hat einen ähnlichen Habitus wie T. martianus, als welche sie auch über die Jahre hinweg interpretiert wurde. Dennoch gehört T. princeps zur Gruppe der Hanfpalmen mit nierenförmigen Früchten, die anfangs gelbes Fruchtfleisch haben, welches später schwarz wird. Die weißen Blattunterseiten und die regelmäßig eingeschnittenen Blattspreiten sind ein typisches Merkmal. Jungpflanzen neigen sehr oft dazu, eine zweite Sprossachse zu bilden, auch bei schon erfolgter Stammbildung. Die alte Sprossachse stirbt dann ab und die neue wird zur Palme weiter entwickelt.


Abb. 1 Ein Trachycarpus princeps in der Steilwand der Kalkfelsen am Naturstandort, Yunnan, China, etwa Dezember 2003 Abb. 2 Zahlreiche Trachycarpi princeps in der Steilwand der Kalkfelsen am Naturstandort, Yunnan, China, etwa Dezember 2003

Abb. 3 Nierenförmige Früchte des Trachycarpus princeps dunkeln im reifen Zustand nach und werden braun-schwarz. 13.12.2003, Photo R. Meeldijk Abb. 4 Mehrere Jungpflanzen des Trachycarpus princeps in einem Privatgarten in Bad Deutsch Altenburg, Niederösterreich, 02.04.2017

Abb. 5 Etwa 6-jähriger Trachycarpus princeps 30–40 cm im 2L-Topf, Privatgarten, 27.05.2013 Abb. 6 Der wohl am längsten in Mitteleuropa ausgepflanzte Trachycarpus princeps in Rengsdorf, Rheinland, 23.07.2007

Abb. 7 Etwa 7-jähriger Trachycarpus princeps 40–50 cm im 10L-Topf mit schon guter Stammbildung, Privatgarten, 10.08.2014 Abb. 8 Trotz schon 15 cm Stamm, entwickelt der Trachycarpus princeps aus Abb. 7 einen zweiten, neuen Stamm, Privatgarten, 15.03.2020

Abb. 7 Die regelmäßig eingeschnittenen Laubblätter des Trachycarpus princeps, Privatgarten in Rengsdorf, Rheinland, 23.07.2007


Der Gattungsname Trachycarpus leitet sich ab von gr. "trachys" (= rauh) und gr. "karpos" (= Frucht), was wahrscheinlich auf die relativ "harten" Früchte der Pflanze abzielt. Möglich erscheint auch ein Benennungsmotiv nach den rauhen Stammfasern und den davor liegenden Fruchtständen mit ihren Beeren. Das Art-Epitheton princeps stammt von lat. "princeps" (= der Erste, Fürst) und soll wohl eine herausragende Stellung innerhalb der Gattung proklamieren.

Die Aussaat ist im Vergleich zu anderen Trachycarpus-Arten wesentlich komplexer. Die Samen können bei einer Temperatur von 25 °C zum Keimen gebracht werden. Das vorherige, mehrtägige Aufquellen im warmen Wasserbad ist hierfür hilfreich. Die Keimung braucht sehr lange, bis zu zwei Jahre und mehr ist normal.

Die Winterhärte ist bisher noch nicht hinreichend getestet, dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach ähnlich derer des Trachycarpus fortunei (Hook.) H. Wendl. sein. Hieraus würde sich dann die Empfehlung ableiten, ausgepflanzte Palmen in Abhängigkeit von Witterungsverlauf und Klimazone mit Winterschutz zu versehen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Trachycarpus princeps. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/trachy-prin.html am Tg.Mo.Jahr.

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