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Valeriana montana L.
Berg-Baldrian, Valerianaceae - Baldriangewächse
Frühlingblüher, IV–VII, 05–50 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Kriech-Baldrian tritt in Mitteleuropa in montanen und subalpinen Stufen der Alpen und des Alpenvorlandes verbreitet auf, ansonsten fehlt er ganz. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch. Bevorzugt siedelt er in Schutt- und Staudenfluren auf Kalk. Die Pflanzen sind Pleiokormstauden (Erneuerungsknospen am Wurzelhals) mit verholzender Grundachse. Die Stängel sind aufrecht, mehrkantig, behaart und hohl mit 3–8 Blattpaaren. Die Laubblätter sind ungeteilt, eiförmig bis eilanzettlich, selten auch 3-zählig, ganzrandig oder schwach gezähnt. Die Blüten sind zwittrig, weiß bis rosa und stehen in reichblütigen Schirmrispen, nicht in Dolden.


Abb. 1 Pflanzen der Valeriana montana an einer Felskante am Roßkopf, Sylvensteinsee, 29.05.2021, 1011 m, 47° 33' 21 N, 11° 31' 03 O Abb. 2 Ungeteilte Laubblätter und rosafarbener Blütenstand der Valeriana montana an einem Gebirgsbach am Roßkopf, Sylvensteinsee, 29.05.2021, 885 m, 47° 32' 56 N, 11° 31' 42 O

Abb. 3 Trugdolde der Valeriana montana an einem Gebirgsbach am Roßkopf, Sylvensteinsee, 29.05.2021, 885 m, 47° 32' 56 N, 11° 31' 42 O Abb. 4 Behaarter Stängel von Valeriana montana an einem Gebirgsbach am Roßkopf, Sylvensteinsee, 29.05.2021, 885 m, 47° 32' 56 N, 11° 31' 42 O


Die Herkunft des Gattungsnamens Valeriana ist ungeklärt. Möglich wäre eine Benennung nach der altrömischen Provinz Valeria in Pannonien (Ostösterreich), wo der Echte Baldrian häufig vorkommt oder gar herstammen soll. Ebenfalls möglich wäre eine Herleitung von lat. "valere" (= gesund sein), nach der heilkundlichen Wirkung der Gattung. Der deutsche Name Baldrian ist ebenfalls ungeklärt. Hier könnte es sich um ein Lehnwort auf dem altfranzösischen "valeriane" handeln oder eine Ableitung nach dem germanischen Lichtgott Baldr vorliegen. Das Epitheton montana stammt von lat. "montanus" (= Berg-) und beschreibt den Standort der Art.

Valeriana montana ist eine dekorative Blütenstaude für den Staudengarten oder das Alpinum. Ein sonniger bis schattiger, gerne auch feuchter Standort auf Kalk ist ideal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2021: Valeriana montana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/valeriana-montana.html am Tg.Mo.Jahr.

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