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Vicia hirsuta (L.) Gray
  synonym: Ervum hirsutum L.
Behaarte Wicke, Zitterlinse, Fabaceae - Hülsenfrüchtler, Hülsenfruchtgewächse
Ende Frühsommerblüher, V–VII, 10–60 cm lang, sommergrün, einjährig

Die Behaarte Wicke tritt in Mitteleuropa überwiegend verbreitet bis gemein auf, lediglich in den Alpen selten. Ursprünglich stammt die Art aus dem südeuropäisch-westasiatischen Raum, wurde aber schon vor 1.500 n. Chr. in Mitteleuropa eingeführt (Archäophyt). In Australien, Nordamerika und Ostasien ist die Art ebenfalls eingebürgert. Bevorzugt siedelt sie an Gebüschsäumen, Wegrändern, auf Trockenrasen, an Ruderalstandorten oder auf Brachen. Es sind kletternde, lianenförmige, manchmal auch niederliegende Pflanzen. Die Stängel sind zerstreut anliegend behaart. Die Laubblätter sind 4–16-paarig gefiedert mit meist linealen, gestutzten oder ausgerandeten Fiederblättern und geteilter Ranke. Die Nebenblätter sind linealisch. Der Blütenstand ist eine 3–6-blütige Traube mit relativ kleinen, 3–4 mm langen Einzelblüten mit weißlicher Krone, an der Fahne oft hellviolett. Die Kelchzähne sind ähnlich lang wie die Krone. Später bilden sich bis flache, anfangs weichhaarige, später verkahlende Hülsen, die meist 2 Samen enthalten.


Abb. 1 Linealische Fiedern und geteilte Ranken von Vicia hirsuta auf einer Wiese in Wuppertal, 25.04.2020, 194 m, 51° 16' 02 N, 07° 10' 17 O Abb. 2 Lang gestielter, 4-blütiger Blütenstand der Vicia hirsuta auf einer Wiese in Wuppertal, 25.04.2020, 194 m, 51° 16' 02 N, 07° 10' 17 O

Abb. 3 Schoten der Vicia hirsuta mit jeweils 2 Samen, auf einer Wiese in Zülpich-Ülpenich, 17.05.2020, 180 m, 50° 40' 29 N, 06° 41' 30 O Abb. 4 Linealische Nebenblätter der Vicia hirsuta auf einer Wiese in Wuppertal, 25.04.2020, 194 m, 51° 16' 02 N, 07° 10' 17 O

Abb. 5 Blüten mit langen Kelchzähnen bei Vicia hirsuta auf einer Wiese in Wuppertal, 25.04.2020, 194 m, 51° 16' 02 N, 07° 10' 17 O


Der Gattungsnamen Vicia L. wurde schon vorlinnäisch für diese und weitere Gattungen windender Pflanzen, nach der etymologischen Wurzel lat. "vincire" (= winden), genutzt. Auch in anderen Sprachen existiert die selbe Wurzel: indogermanisch "ueik", althochdeutsch "wikcha". Das Epitheton hirsuta "hirsutus" (= borstig, bedeckt mit langen steifen Haaren), nach den behaarten Schoten.

Vicia hirsuta ist eine unscheinbare Staude für den naturnahen Garten oder die Blumenwiese an einem sonnigen Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2020: Vicia hirsuta. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/vicia-hirsuta.html am Tg.Mo.Jahr.

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