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Vinca major L.
  synonym: Vinca grandiflora Salisb.
Großes Immergrün, Apocynaceae - Hundsgiftgeäwchse
Ende Erstfrühlingblüher, III–X, 10–50 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Das Große Immergrün tritt in Mitteleuropa selten auf, es ist aber mit seinen Beständen zunehmend. Ursprünglich stammt es aus Südeuropa bis Kleinasien, ist in West- und Mitteleuropa inzwischen fest eingebürgert. Es sind kriechende, immergrüne und an den Knoten bewurzelnde Pflanze, die nur mit den Blühtrieben etwas aufsteigen. Die Laubblätter sind herz- bis eiförmig, 2–6 cm breit, am Rand bewimpert und dunkel grün. Die Blüten stehen einzeln, sind meist blau, selten weiß oder rosa, 5-zipflig mit 12–15 mm langer Röhre und 3–5 cm breitem Kronsaum. Später bilden sich bis 2,2 cm lange Balgfrüchte.

Apocynaceae sind die Hundsgiftgewächse, eine Familie die ihren deutschen Namen nach Apocynum cannabinum L. erhielt, dem nordamerikanischen Indianischen Hanf, der für Vergiftungen von Haustieren verantwortlich ist, da alle Teile der Pflanze Toxine enthalten. Ein bekannter Vertreter der Hundsgiftgewächse ist der Oleander, Nerium oleander L., dessen Blüte sehr ähnlich dem Großen Immergrün ist. Es handelt sich ebenfalls um relativ giftige Pflanzen.

Abb. 1 Bodendeckernder Bestand der Vinca major im Wald des Parque Natural de Sintra-Cascais, Westportugal, 21.10.2009, 289 m, 38° 47' 20 N, 09° 26' 18 W Abb. 2 Bestand der Vinca major an einem Strauchsaum bei Golfo Aranci am Capo Figari, Sardinien, 05.04.2018, 8 m, 40° 59' 15 N, 09° 38' 41 O

Abb. 3 Blüte von Vinca major an einem Strauchsaum bei Golfo Aranci am Capo Figari, Sardinien, 05.04.2018, 8 m, 40° 59' 15 N, 09° 38' 41 O Abb. 4 Blüten und Laubblätter von Vinca major an einem gestörten Waldstandort in den Elmpter Maasterrassen, 19.05.2018, 67 m, 51° 12' 38 N, 06° 06' 48 O

Abb. 5 Blüte der Vinca major an einem gestörten Waldstandort in den Elmpter Maasterrassen, 19.05.2018, 67 m, 51° 12' 38 N, 06° 06' 48 O


Der Gattungsname Vinca L. ist eine Verkürzung aus lat. "vincapervinca" (= Immergrün), von Linné womöglich wegen der Doppelbedeutung mit lat. "vincere" (= winden) als Gattungsname etabliert. Im Englischen und anderen Sprachen ist dieser Wortstamm noch heute erhalten, engl. "periwinkle" (= Immer-, Singrün). Das Epitheton major stammt von lat. "magnus" (= groß) und ist eine Abgrenzung zum Kleinen Immergrün, Vinca minor L, das in allen Teilen kleiner ist.

Vincae majores sind hervorragende immergrüne Bodendecker, die Schattendruck und Wurzelkonkurrenz von Bäumen tolerieren. Die Pflanzen wachsen auf leicht sauren als auch leicht basischen Böden, sind anspruchslos und man kann verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben setzen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Vinca major. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/vinca-major.html am Tg.Mo.Jahr.

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