Aspidistra attenuata Hayata
Alishanpalme, Liliaceae - Liliengewächse
(auch: Asparagaceae - Spargelgewächse)
Sommerblüher, V–VI, 30–110 cm hoch, immergrün, mehrjährig
Die Alishanpalme stammt aus Taiwan, wo die Pflanzen in der Krautschicht der Wälder des Mt. Alishan auf 1.000–2.000 m über Meereshöhe vorkommen.
Das Rhizom ist kriechend, fast rund, 1,5–2,0 cm dick und mit Schuppen bedeckt. Die Blätter stehen einzeln, sind 30–40 cm lang gestielt, verkehrt lanzettlich, 55–103 cm lang, 8,2–10,5 cm breit, dunkelgrün, gelegentlich mit gelblichen Flecken.
Die Blüten stehen einzeln mit 3–5 Hochblättern und 3–5 cm langen Stiel, sind fleischig, violett oder gelblich-weiß, an der Spitze 6–8(–10)-lappig, glockenförmig oder urnen-glockenförmig, etwa 2,6 cm lang, 3,5–4,0 cm im Durchmesser groß; die Lappen sind schwarz gefleckt, spitz, zurückgebogen, verdickt, oberseits papillös, 2–3-kielig, 7–25 mm lang und 5–10 mm breit; die 7–8 Staubblätter sind fast sitzend und setzen etwa an der Mitte der Blütenröhre an; die Staubbeutel sind länglich und bis 4 mm lang; die Narbe ist schildförmig, 6–13 mm im Durchmesser groß, konkav, typischerweise verkehrt pyramidenförmig, 3- oder 4-lappig. Später bilden sich kugelige, 2–4 cm im Durchmesser große Beerenfrüchte, die 1 oder mehrere, runde bis nierenförmige, etwa 1 cm lange Samen enthalten.
Der Gattungsname Aspidistra Ker-Gwal. ist nicht eindeutig geklärt. Möglich erscheint eine Ableitung von gr. "aspis" (= Schild), wobei dann das Suffix "-istra" ohne hinreichende Deutung bleibt. Vielleicht sind die Blätter gemeint, vielleicht die noch geschlossene Blüte, die dem Boden aufliegt, oder es ist der schildförmige Stempel gemeint. Das Epitheton attenuata stammt von lat. "attenuatus" (= verschmälert, abgeschwächt), nach den schmalen Laubblättern.
Die Winterhärte der Aspidistra attenuata ist bisher nicht genau bekannt, aber erste positiver Freilanderfahrungen in Mitteleuropa deuten an, dass sie mit leichtem Schutz bis in Zone 8 überlebt könnte. Architektonisch bietet A. attenuata eine elegante Architektur, die insbesondere durch das immergrüne Verhalten den Garten aufwertet.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2025: Aspidistra attenuata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/aspidistra-attenuata.html am Tg.Mo.Jahr.