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Bergenia ciliata (Haw.) Sternb.
synonym:
  Bergenia pacumbis (Buch.-Ham. ex D. Don) C. Y. Wu & J. T. Pan
  Bergenia himalaica Boriss.
  Bergenia ligulata Engl.
  Saxifraga ligulata Wall.
  Saxifraga pacumbis Buch.-Ham. ex D. Don
Kashmir-Bergenie, Saxifragaceae - Steinbrechgewächse
Frühlingblüher, III–V, 5–30 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Kashmir-Bergenie stammt aus dem mittleren bis westlichen Himalaya (Afghanistan bis Bhutan und Indien), wo die Pflanzen in der Krautschicht von Wäldern oder absonnigen Felshabitaten auf 900–4.300 m über Meereshöhe vorkommen.

Die Pflanzen haben ein ober- und unterirdisch kriechendes, fleischiges Rhizom, auf dem die Laubblätter reiten. Die Laubblätter sind 1–5 cm lang gestielt, kreisrund bis breit eiförmig, 4–11 cm lang, 3–10 cm breit, beidseits dicht behaart oder kahl, bewimpert, ganzrandig oder gelegentlich oben etwas gezähnt.

Die Blütenstandsachse ist grün oder etwas rötlich tinigiert, etwa 10 cm lang, kahl und hat keine gestielten Drüsen. Die Kronblätter sind anfangs weiß, manchmal auch rosa getönt, und später zuweilen rot; die Platte ist breit eiförmig bis kreisrund, 1,1–1,8 cm lang und 0,7–1,8 cm breit. Später bilden sich etwa 13 mm lange, 6 mm breit Kapselfrüchte.

Das als Bergenia pacumbis firmierende Taxon wird von manchen Autoren als eigenständisch akzeptiert und zeichnet sich durch beidseits kahle Laubblätter aus.


Abb. 1 Rundliches, oberseits kahles Laubblatt der Bergenia ciliata (auch als Bergenia pacumbis bezeichnet) mit bewimpertem Blattrand, Privatgarten
Abb. 2 Blütenstände von Bergenia ciliata (= Bergenia pacumbis) am Naturstandort, Kalamuni, Uttarakhand, Indien, 13.04.2007
Abb. 3 Der bewimperte Blattrand von Bergenia ciliata (= Bergenia pacumbis). Direkt nach dem Entfalten der Laubblätter sind diese noch rötlich-braun tingiert, Privatgarten
Abb. 4 Blühendes Exemplar der Bergenia ciliata (= Bergenia pacumbis) in senkrechter Felswand, Kalamuni, Uttarakhand, Indien, 13.04.2007
Abb. 5 Blütenstände von Bergenia ciliata (= Bergenia pacumbis) am Naturstandort vor dem Blattaustrieb, Kalamuni, Uttarakhand, Indien, 13.04.2007
Abb. 6 Der Blütenstand der Bergenia ciliata (= Bergenia pacumbis) erscheint schon vor dem Laubaustrieb, Privatgarten
Abb. 7 Auch als Kübelpflanze ist die Bergenia ciliata (= Bergenia pacumbis) hervorragend geeignet. Im Vorfrühling dekoriert sie mit ihren weiß-rötlichen Blüten die Veranda, Privatgarten, 07.04.2016
Abb. 8 Die selbe Kübelpflanze der Bergenia ciliata (= Bergenia pacumbis) im Sommer. Sie dekoriert mit ihren prächtigen, glänzend, grünen Laubblättern die Veranda, Privatgarten, 13.09.2016
Abb. 9 Großer Bestand der Bergenia ciliata im Gruga-Park Essen im zeitigen Frühjahr vor dem Blattaustrieb, 27.04.2013
Abb. 10 Oberseits behaartes Laubblatt der Bergenia ciliata im Gruga-Park, Essen, 26.05.2026
Abb. 11 Jungpflanze der Bergenia ciliata im 2L-Topf, Privatgarten, 30.04.2016


Der Gattungsname Bergenia Moench. wurde zu Ehren von Karl August von Bergen (1704–1759), dem deutschen Autor der Flora Francofurtana, etabliert. Das Epitheton ciliata stammt von lat. "cilium" (= Lid, Wimper) und beschreibt den "bewimperten" Blattrand der Art.

Die Art ist bis Z 7b winterhart. Die Ansprüche an den Boden sind gering. Düngung ist nicht notwendig. Ein sonniger bis halbschattiger Platz im Garten ist ideal. Etablierte Exemplare sind gut trockenresistent.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Bergenia ciliata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/bergenia-ciliata.html am Tg.Mo.Jahr.