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Crocus flavus Weston
synonym:
  Crocus ×luteus Lam.
Gold-Krokus, Iridaceae - Irisgewächse (Schwertliliengewächse)
Erstfrühlingblüher, II–IV, 05–20 cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Der Gold-Krokus stammt aus Südosteuropa bis Kleinasien, wo die Pflanzen in lichten Wäldern, offenen Strauchgesellschaften und Trockenrasen auf 0–1.200 m über Meereshöhe vorkommen. Die Art ist seit 1579 in Mitteleuropa in Kultur und tritt selten in Nordost-Bayern und Südwest-Sachsen verwildert auf. Die oft in Gärten kulitiverte Sorte Crocus flavus 'Luteus' (auch als C. ×luteus bezeichnet) ist eine sterile Hybride von C. flavus × C. angustifolius Weston.

Wie die meisten Krokusse (Croci) ist auch der Gold-Krokus ist vorsommergrün und zieht zum Sommer ein. Die Knollen sind häutig-parallelfaserig ohne Querringe; die Niederblätter (häutige Gebilde die die Laubblätter umgeben) sind als langer, brauner Hals erhalten. Es finden sich 4–8 grundständige, lineare, 2–4 mm breite, zuweilen flaumhaarige Laubblätter mit weißem Mittelnerv, die zur Blütezeit schon vorhanden sind. Die Hochblätter (häutige Gebilde unterhalb der Blüte, beziehungsweise innerhalb des Laubblattkreises) sind unterschiedlich; das obere ist lienalisch, das äußere viel breiter.

Die 1–7 Blüten sind glockig, aufgerichtet, duftend, goldgelb, selten zitronengelb, gelegentlich mit braunen Streifen; die Perigonzipfel sind 15–35 mm lang, 4–12 mm breit; die Perigonröhre ist oben violett, oft gestreift, unten weißlich, mit 2 Hüllblättern; die Griffel sind kürzer als die pfeilförmigen Staubbeutel (hingegen Crocus chrysanthus (Herb.) Herb. mit nicht pfeilförmigen Staubbeuteln) und oben mit 3 erweiterten Ästen.

Die meisten Krokusse haben leider das Pech, zu einer Jahreszeit zu blühen, wenn sonst das phänologische Jahr noch nicht viel zu bieten hat. Sie sind daher Opfer der botanischen Systematiker geworden, die den Pflanzen ein kaum mehr überschaubares Sammelsurium an wundersamen Neubenennungen zugemutet haben und auch weiterhin zumuten. Dies hat dazu geführt, dass selbst kleine Farbhäkchen an den Perigonzipfeln als Merkmal herhalten müssen, um auch noch das winzigste Detail als Artgrenze oder infraspezifisches Merkmal zu definieren, beziehungsweise etablierten. Der Phantasie sind mit den ersten Frühlingsgefühlen da offenbar keine Grenzen gesetzt.


Abb. 1 Äußeres Hochblatt des Crocus flavus in einem Privatgarten auf Norderney, 05.03.2026
Abb. 2 Blüte des Crocus flavus mit goldfarbenen Perigonzipfeln und bräunlichen Streifen, Privatgarten auf Norderney, 05.03.2026


Der Gattungsname Crocus L. geht wahrscheinlich auf gr. "kroke" (= Faden) zurück, nach den Narben des Safran, C. sativus L., die als Gewürz und Farbstofflieferant genutzt werden; später zu gr. "krokos" (= Safran, Crocus sativus). Das Epitheton flavus stammt von lat. "flavus" (= gelb), nach den gelblichen Blüten.

Der Gold-Krokus ist eine hervorragende Pflanze für den zeitigen Garten, die halbschattige bis sonnige Standorte bevorzugt.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Crocus flavus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/crocus-flavus.html am Tg.Mo.Jahr.