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Euphorbia palustris L.
Sumpf-Wolfsmilch, Euphorbiaceae - Euphorbiengewächse
Beginn Vollfrühlingblüher, V–VI, 50–150 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Sumpf-Wolfsmilch tritt in Mitteleuropa zerstreut bis selten auf. Bevorzugt siedelt sie in den Stromtälern an Gewässern, zeitweise überfluteten Staudenfluren und Moorwiesen.

Es sind bis 150 cm hohe Euphorbien mit vielstrahligen Scheindolden. Die Stängel sind aufrecht, relativ dick, bis 18 mm im Durchmesser, hohl, kahl, anfangs grün, später rötlich und im oberen Teil mit blütenlosen Seitenästen. Die Laubblätter sind sitzend, länglich-lanzettlich, fast ganzrandig, im mittleren Bereich wechselständig, kahl, 4–8 cm lang und 1–2 cm breit.

Die Cyathium-Blätter sind rund bis oval. Der Begriff Cyanthium leitet sich ab von gr. "kyathos" (= Schröpfgefäß) und beschreibt die becherartige Hülle aus Hochblättern unterhalb der Basis der Blüten, die man als "Ersatz" für die fehlenden Blütenblätter sehen kann. Die Nektardrüsen sind gelb und oval. Die Fruchtkapseln sind 5–6 mm im Durchmesser groß, gefurcht und von halbkugeligen Warzen bedeckt. Sowohl Wasserströmungen als auch Ameisen sorgen für eine Verbreitung der Samen.


Abb. 1 Länglich-lanzettliche Laubblätter der Euphorbia palustris in einer Hochstaudenflur im Laubenheimer-Bodenheimer Ried, Mainz, 18.09.2021, 83 m, 49° 56' 35 N, 08° 19' 29 O
Abb. 2 Pflanze der Euphorbia palustris nach der Blüte im Hochsommer. An einem Entwässerungsgraben in den Rheinauen der Urdenbacher Kämpe, 09.08.2017, Düsseldorf, 35 m, 51° 08' 28 N, 06° 53' 07 O
Abb. 3 Fruchtstand der Euphorbia palustris. Museums Insel Hombroich, Neuss, 04.06.2026
Abb. 4 Etwa 2,10 m hohes Exemplar der Euphorbia palustris, Entwässerungsgraben in den Rheinauen der Urdenbacher Kämpe, 09.08.2017, Düsseldorf, 35 m, 51° 08' 28 N, 06° 53' 07 O
Abb. 5 Mit halbkugeligen Warzen bedeckte Früchte der Euphorbia palustris. Museums Insel Hombroich, Neuss, 04.06.2026
Abb. 6 Bestand der Euphorbia palustris im Herbst in einer Hochstaudenflur im Laubenheimer-Bodenheimer Ried, Mainz, 18.09.2021, 83 m, 49° 56' 35 N, 08° 19' 29 O
Museums Insel Hombroich, Neuss, 04.06.2026
Abb. 7 Kräftige Pflanze der Euphorbia palustris mit aufrechten Stängeln. Museums Insel Hombroich, Neuss, 04.06.2026
Abb. 8 Cyathia der Euphorbia palustris mit honiggelben, ovalen Nektardrüsen. Museums Insel Hombroich, Neuss, 04.06.2026


Wahrscheinlich geht der Gattungsname Euphorbia L. auf den um Christi-Geburt lebenden, mauretanischen König Juba II. zurück, der Harz und Pflanzen der Euphorbien, wahrscheinlich der E. mauritanica L., nach seinem Leibarzt Euphorbos benannte. Auf den bevorzugten Standort der Art verweist das Epitheton: lat. "paluster" (= im Sumpf lebend).

Die Sumpf-Wolfsmilch ist eine hübsche Sommerstaude für feuchte Standorte im Garten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.


Zitiervorschlag: Lorek, M. 2026: Euphorbia palustris. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/euphorbia-palustris.html am Tg.Mo.Jahr.