Jasminum officinale L.
Echter Jasmin, Oleaceae - Ölbaumgewächse
Sommerblüher, V–X, 1,5–10 m hoch, (halbimmer-)sommergrün, mehrjährig
Der Echte Jasmin stammt aus dem Himalaya (Süd-China bis Tadschikistan), wo die Pflanzen in Strauchgesellschaften, Wäldern, an Hängen oder in Schluchten auf 1.800–4.000 m über Meereshöhe vorkommen.
Es ist ein laubabwerfender oder halbimmergrüner Strauch oder kletternde Pflanze und bildet dichte Teppiche, Rankengeflechte oder kissenartige Gebüsche; häufig gemeinsam mit dem Gelben Jasmin, Jasminum humile L. Auf felsigem Terrain wächst der Echte Jasmin gerne auch als hängende Pflanze. Die Sprosse können Längen von bis zu 10 m erreichen, sind nur wenig behaart und tragen 5–10 cm lange, gegenständige, 1-fach gefiederte Blätter. Die Zweige sind anfangs grün, später bräunlich und haben dann eine weiche, braun-gelbe Rinde.
Die Blüten sind ausgesprochen wohlduftend, haben eine weiße, 1–2 cm lange Krone. Später bilden sich runde, bis 1 cm im Durchmesser große, schwarze Beeren. In Mitteleuropa ist bei Anbau im Freiland nur selten Fruchtbildung zu beobachten. Siehe auch Jasminum L.
Der Gattungsname Jasminum L. wurde von Linné aus antiker Literatur übernommen, mit unklarem Benennungsmotiv, gr. "iasme" (= Jasmin). Das Epitheton officinalis kommt von lat. "officina" (= Werkstatt), im Sinne von Apotheke, beziehungsweise Offizin, und ergibt sich aus der arzneilichen, beziehungsweise aromatherapeutischen Nutzung der Pflanzen.
Der Echte Jasmin ist ein halbimmergrüner, kletternder Exot mit weißer, kräftig duftender Blüte im Sommer. Der Duft ist sehr intensiv und kann besonders an windstillen Sommerabenden einen ganzen Garten erfüllen. Erfreulicherweise remontiert Jasminum officinale gerne und kann so über viele Wochen eine ausgesprochen wohlduftende Ergänzung für den Exotengarten sein. Eigentlich ist der Echte Jasmin ein Muss für jeden Garten.
Das "Geheimnis" der Winterhärte ist, die Pflanzen ruhig kontrolliert Ableger bilden zu lassen. Alte verholzte Sprosse, beziehungsweise Stämmchen, neigen in sehr kalten Wintern zum Erfrieren. Jüngere, bewurzelte Absenker überdauern hingegen problemlos und halten den Bestand vital.
Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Zitiervorschlag: Lorek, M. 2025: Jasminum officinale. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/jasminum-officinale.html am Tg.Mo.Jahr.